Aufgaben und Anforderungen

29. Jänner 2002, 17:42
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Weisungsrecht "in allen Angelegenheiten", fünf Jahre Amtszeit, ...

Mit dem neuen ORF-Gesetz wird die Funktion des Generalintendanten in Generaldirektor umgetauft. Die Amtsperiode des ORF-Chefs dauert nun fünf - anstatt bisher vier - Jahre. Gewählt wird der Generaldirektor mit einfacher Mehrheit durch den 35-köpfigen Stiftungsrat. Eine Abberufung ist nur mit Zweidrittelmehrheit möglich. Der ORF-Generaldirektor wurde im neuen Gesetz mit einem Durchgriffsrecht ausgestattet: Er ist demnach berechtigt, den Direktoren und Landesdirektoren "in allen Angelegenheiten Weisungen zu erteilen".

Die Aufgaben

Der Generaldirektor ist laut Gesetz "außer an die sich aus den Gesetzen oder aus den Beschlüssen des Stiftungsrates ergebenden Pflichten an keinerlei Weisungen und Aufträge gebunden". Programmentscheidungen und das Jahressendeschema für Fernsehen und Radio gehören - mit Zustimmung des Stiftungsrates - zu den Aufgaben des ORF-Generals. Er erarbeitet Vorschläge an den Stiftungsrat für langfristige Pläne für Programm, Technik, Finanzen und für Stellenpläne. Im Finanz-Bereich muss der Generaldirektor Vorschläge für die Festsetzung der Rundfunkgebühren und der Werbetarife liefern.

Ebenfalls auf Vorschlag des Generaldirektors entscheidet der Stiftungsrat über die Geschäftsverteilung in der ORF-Führung: Zwischen vier und sechs Direktoren (etwa für Finanzen, Programm, Hörfunk etc.) sind laut Gesetz vorgesehen. Auch die Ausschreibung dieser Posten sowie der insgesamt neun Landesdirektoren obliegt dem Generaldirektor, ebenso ihre Kontrolle und Koordination. Bestellt werden sie vom Stiftungsrat ebenfalls auf Vorschlag des Generals. Die Ausschreibung aller Direktoren-Posten ist für den 21. Dezember im Anschluss an die Wahl des Generaldirektors geplant.

Das Anforderungsprofil

Das Anforderungsprofil für die Position des ORF-Generaldirektors skizziert Klaus Pekarek, Vorsitzender des Stiftungsrats, mit Branchenkenntnis, betriebswirtschaftlicher Erfahrung und sozialer und kommunikativer Kompetenz. Kandidaten müssen eine entsprechende Vorbildung oder eine fünfjährige einschlägige oder verwandte Berufserfahrung nachweisen können. (APA)

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