Neue EU-Richtlinie für Investmentfonds: Fondsgesellschaften führen Depots

15. Jänner 2002, 23:30
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In Österreich ist das Fondsvolumen so hoch wie seit Mai nicht mehr

Wien - Die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) begrüßt die neue UCITS-Richtlinie, die Anfang Dezember durch die im ECOFIN-Rat vertretenen Finanzminister verabschiedet wurde. Diese Richtlinie ermöglicht unter anderem den Investmentgesellschaften zukünftig die Führung von Kundendepots für Fondsanteile und die Vermögensverwaltung, sofern dies der nationale Gesetzgeber einräumt, teilt die VÖIG in einer Presseaussendung mit.

Wie VÖIG-Generalsekretär Wolfgang Dorten gegenüber der APA sagte, sei die Führung von Kundendepots in Deutschland schon seit längerem möglich. Der VÖIG werde den österreichischen Gesetzgeber auf jeden Fall darauf drängen, eine solche Möglichkeit auch den österreichischen Investmentfondsgesellschaften zu eröffnen, allein um Wettbewerbsnachteile zu unterbinden. "Ansonsten wäre es möglich, dass eine deutsche Investmentfondsgesellschaft in der Kärntner Straße eine Boutique aufmacht und österreichische Kunden dort ihre Depots eröffnen", so Dorten.

Wichtiger Schritt in Richtung gemeinsamer EU-Markt

Nach der amtlichen Veröffentlichung, voraussichtlich per Jahresende, haben die nationalen Gesetzgeber laut VÖIG eine 18-monatige Frist zur Umsetzung der EU-Richtlinie. Bestehende Fonds haben eine Übergangsfrist von 5 Jahren, um an die geänderten Richtlinien angepasst zu werden.

Die neue UCITS-Richtlinie bezeichnet die VÖIG insgesamt als einen wichtigen Schritt in Richtung eines gemeinsamen europäischen Marktes für Investmentfonds. Im speziellen werde die neue Richtlinie den Investmentgesellschaften eine Erweiterung der Anlagemöglichkeiten unter gleichzeitiger Beibehaltung des hohen Anlegerschutzniveaus bringen. Auf EU-Ebene werde es nun möglich sein, neue Fondstypen auf den Markt zu bringen, wie z.B. Dachfonds, Geldmarktfonds oder Indexfonds. Auch der Einsatz von derivativen Instrumenten im Rahmen der Anlagepolitik werde erweitert, so die VÖIG.

Heimische Investmentfonds erholt

Die Erholung bei den von den österreichischen Investmentgesellschaften verwalteten Vermögen hält an. Nachdem im September 2001 mit 1.135 Mrd. S der tiefste Stand in diesem Jahr erreicht worden war, ist im November das Gesamtvermögen mit 1.203,2 Mrd. S (87,4 Mrd. Euro) wieder über die 1.200 Mrd. S-Marke gestiegen. Nur im Mai lag das Fondsvolumen mit 1.210,6 Mrd. S noch höher, teilt die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) mit.

Der Zuwachs im November von 21,9 Mrd. S stammt zu einem Drittel aus Fondsabsätzen und zu zwei Dritteln aus Kurswertsteigerungen. Rund 4,8 Mrd. S von den insgesamt 7,2 Mrd. S Nettomittelzufluß stammen aus dem Publikumsfondsbereich, wobei Rentenfonds mit 2,4 Mrd. S die gefragteste Fondskategorie bei den Publikumsfonds waren, so die VÖIG. (APA)

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