US-Kritiker wählten "Mulholland Drive" ... oder "Moulin Rouge" oder ...

7. Jänner 2002, 00:19
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Oscar-Empfehlungen von vielen Seiten

New York/ Los Angeles - Möchte man wissen, welchen Film die US-Filmkritiker für den Besten des Jahres und somit für ihre Oscar-Empfehlung halten, erhält man eine Vielzahl von Antworten.

So gibt es mit der National Society of Film Critics und dem National Board of Review zwei alteingesessene landesweite Berufsverbände (siehe unten); mit der Online Film Critics Society eine (naturgemäß noch junge) weitere Vereinigung (mehr dazu hier). Damit nicht genug, gibt es eine Reihe von regionalen Kritikerverbänden, von denen freilich vor allem die aus New York wie die aus Los Angeles für sehr einflussreich gelten (mehr dazu hier). Dazu kommen dann noch die noch die Golden Globes als die Preise der Auslandsjournalisten.

Society ...

Am Samstag, den 5. Jänner, traf sich - ziemlich parallel zur AFI-Gala - die National Society of Film Critics zu ihrer 36. Verleihung in Sardi's Restaurant in Manhattan. Die 52 Kritiker von Tageszeitungen und Magazinen widmeten den Abend dem Andenken an ihre im September verstorbene legendäre New Yorker Kollegin Pauline Kael und gaben ihre Best-of-2001-Liste bekannt.

David Lynchs "Mulholland Drive" wurde zum Besten Film gewählt; Naomi Watts erhielt für ihre facettenreiche Darstellung dazu die Auszeichnung für die Beste Hauptdarstellerin (mit dem eindeutigsten Wahlresultat im übrigen).

Robert Altmans satirischer, im englischen Landsitz-Miölieu der Dreissiger Jahre angesiedelter Krimi "Gosford Park" wurde in der Kategorie des Besten Films an die zweite Stelle gereiht, "The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring" an die dritte. Altman wurde zudem die Beste Regie zuerkannt, seinem Autor Julian Fellowes der Drehbuchpreis und Helen Mirren der für die Beste Nebendarstellerin.

Gene Hackman erhielt für die Darstellung eines verschrobenen Patriarchen in "The Royal Tenenbaums" den Hauptdarstellerpreis zuerkannt, Steve Buscemi den Nebendarstellerpreis für "Ghost World".

Richard Linklater bekam für "Waking Life", seine spezifische Mischung aus Animationsfilm auf Basis von digital gefilmtem Realfilm einen Preis für den besten Experimentellen Film. Eine spezielle Würdigung ging posthum an den im Dezember verstorbenen Animationsfilmer Faith Hubley für "a career devoted to exploring animation's art and soul.''

... und Board

Bereits am 6. Dezember hatte der National Board of Review seine Hitliste bekannt gegeben und damit den Spekulationsreigen um die Oscars eröffnet. Die Kritikerpreise gelten traditionell als erster wichtiger Indikator für die Verleihung am 24. März.

Die Top-Ten in der Kategorie "Bester Film":

  1. Moulin Rouge
  2. In The Bedroom
  3. Ocean's Eleven
  4. Memento
  5. Monster’s Ball
  6. Black Hawk Down
  7. The Man Who Wasn't There
  8. A.I. Artificial Intelligence
  9. The Pledge
  10. Mulholland Drive
Die Top-Five in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film":
  1. Amores Perros
  2. Behind The Sun
  3. Dark Blue World
  4. No Man’s Land
  5. Amelie

Weitere Kategorien:

  • Bester Darsteller: Billy Bob Thornton (The Man Who Wasn't There; Monster's Ball; Bandits)
  • Beste Darstellerin: Halle Berry (Monster’s Ball)
  • Bester Nebendarsteller: Tim Broadbent (Moulin Rouge; Iris)
  • Beste Nebendarstellerin: Cate Blanchett (The Man Who Cried; Shipping News; The Lord Of The Rings)
  • Beste Regie: Todd Field (In The Bedroom)
  • Bestes Drehbuch: Rob Festinger & Todd Field (In The Bedroom)
  • Bestes Darsteller-Ensemble: Last Orders
  • Bestes Production Design: The Lord of the Rings
  • Bester Dokumentar-Film: The Endurance
  • Best Trickfilm: Shrek
Mehr Details gibt's im übrigen auch auf einer guten 2001-Awards-Webseite.
(APA/dpa/AP/hcl)
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