Heinz Fischer zutiefst betroffen

5. Dezember 2001, 18:21
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"Bleibende Verdienste um die Entwicklung der Zweiten Republik" - Häupl: "Staatsmann und Sozialpartner alten Schlags"

Wien - Nationalratspräsident Heinz Fischer (S) zeigte sich über das plötzliche Ableben von Anton Benya am Mittwochabend "zutiefst betroffen". Benya habe als Konsenspolitiker und als eine der Säulen der österreichischen Sozialpartnerschaft "bleibende Verdienste um die Entwicklung der Zweiten Republik und um den Aufbau des Systems der sozialen Sicherheit in Österreich", sagte der Nationalratspräsident. "Benya hat als langjähriger ÖGB-Präsident und auch als Vorsitzender der Metallarbeitergewerkschaft wesentlichen Anteil an der kraftvollen Entwicklung der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und er war ein von allen Fraktionen respektierter souveräner Präsident des Österreichischen Nationalrates."

Fischer: "Seinem politischen Augenmaß, seiner Hochachtung für die Sozialpartnerschaft, seiner sprichwörtlich guten Zusammenarbeit mit Bundeswirtschaftskammerpräsident Rudolf Sallinger und seinem verlässlichen Sinn für das Mögliche und Zumutbare war es zuzuschreiben, dass auch in den Zeiten der Alleinregierungen von ÖVP (1966 - 70) und SPÖ (1970 - 83) konsensuale Lösungen möglich waren, Brücken der Zusammenarbeit aufrecht blieben und der soziale Friede in Österreich in vorbildlicher Weise erhalten blieb."

Bescheidenheit und Humor

"Dass Benya in seiner persönlichen Bescheidenheit und mit seinem Sinn für Humor und nicht zuletzt mit seiner sprichwörtlichen Fußballbegeisterung zeitlebens ein populärer und volksverbundener Politiker blieb, soll in dieser traurigen Stunde nicht unerwähnt bleiben", so der Nationalratspräsident.

Der Wiener Bürgermeister und SPÖ-Landesvorsitzende Michael Häupl würdigte den Verstorbenen als "Staatsmann und Sozialpartner alten Schlags", der sich große Verdienste um die Entwicklung der 2. Republik erworben habe. Als Garant für den sozialen Frieden habe Benya über Jahrzehnte hinweg die österreichische Politik geprägt und damit "maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes zu einem der wohlhabendsten Staates der Welt getragen", betonte Häupl. Außerdem erinnerte er daran, dass mit Anton Benya die letzte große Persönlichkeit der Sozialdemokratie verstorben sei, deren politische Wurzeln in der 1. Republik lagen.

Das Parlament und das Wiener Rathaus werden schwarz beflaggt - im Gendenken an den früheren langjährigen Nationalratspräsidenten und den Wiener Ehrenbürger Anton Benya. (APA)

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