Junge Architektur aus Österreich, Teil 2

5. Dezember 2001, 14:46
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Emerging Architecture im Architekturzentrum Wien

Wien - "Emerging Architecture 2", die zweite Ausgabe der im Vorjahr gegründeten jährlichen Präsentationsreihe junger Architektur aus Österreich, ist von 6. 12. bis zum 15. 4. 2002 im Architekturzentrum Wien (AZW) zu sehen. Die Bauten und Projekte von zehn Teams, die abseits modischer Strömungen eigenständige, zukunftsträchtige Positionen vertreten, werden wieder sowohl in der AZW-Wanderausstellung als auch in einer im Springer Verlag erschienenen Publikation vorgestellt.

Für "Emerging Architecture 2" war es Kurator Otto Kapfinger wichtig, "von der Wien-Zentrierung weg zu kommen". 75 Prozent der präsentierten Bauten und Projekte sind aus den Bundesländern. In der Schau vertreten sind die Teams bzw. ArchitektInnen cukrowicz.nachbaur aus Bregenz, Maria Flöckner & Hermann Schnöll aus Salzburg, Erich Gutmorgeth aus Innsbruck, Hans Gangoly sowie Gerhard Mitterberger aus Graz sowie fasch&fuchs., Wolfgang Tschapeller, MARTERERMOOSMANN, HOLODECK.at und gerner#gerner plus aus Wien.

Was die zehn Teams verbindet, ist die Distanz zum skulpturalen, massiven Bauen und der Trend zur körperlosen, gerüst- und membranhaften Raumdefinition. Die Projekte reichen von theoretischen Arbeiten wie einer Studie über die Wiederverwertbarkeit von Gerüsten bis zu Bauvorhaben bzw. bereits realisierten Bauten.

Ihre Positionen einer breiteren, auch internationalen Öffentlichkeit vor- und somit gewisse heimische Tendenzen herauszustellen, ist eines der Ausstellungsziele, so Kapfinger, der als charakteristisch für die österreichische Architekturlandschaft eine mitunter unüberschaubare Vielfalt feststellt. "Es gibt nicht die zeitgenössische österreichische Architektur."

Wieder werden die Arbeiten in zehn mobilen Boxen und mit einem Kurzvideo präsentiert. Die erste Ausgabe der Schau war nach Wien in Kopenhagen, Frankfurt am Main und Budapest zu sehen, für "Emerging Architecture 2" interessieren sich bereits unter anderem Italien und Frankreich.

Mit der Eröffnung der Schau - wodurch erstmals im AZW zwei Ausstellungen parallel zu sehen sind - sowie der AZW-Bibliothek im Oktogon nähere man sich allmählich der Gesamteröffnung des AZW, so AZW-Leiter Dietmar Steiner. Allerdings sei die Bibliothek, deren Bestand derzeit etwa 2.000 Titel und rund 80 Architekturzeitschriften umfasst, vorerst nur bei eingeschränktem Betrieb (Mo, Mi, Fr 10-17.30 Uhr) zugänglich, da "noch ziemlich hohe, vom Bund zugesagte Mittel fehlen". (APA)

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