Berlin: Elmar Ottenthal ist nicht mehr Intendant

5. Dezember 2001, 02:05
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Theater des Westens steht vor Privatisierung

Berlin - Der Intendant des Berliner Theaters des Westens, Elmar Ottenthal, ist ab sofort von seinem Posten abberufen worden. Dies beschloss der Aufsichtsrat der Musicalbühne unter Vorsitz der früheren Kulturstaatssekretärin Alice Ströver, teilte das Theater am Dienstag mit. Bis zur Privatisierung des traditionsreichen Theaters wurde Georg Vierthaler zum Geschäftsführer und Intendanten berufen, neben seiner Tätigkeit als geschäftsführender Direktor der Staatsoper.

Ottenthal war 1999 als Nachfolger des langjährigen Intendanten Helmut Baumann berufen worden und hatte einen Vertrag bis 2004. Über dessen Auflösung wurde jedoch nach dem Beschluss des Senats zur Privatisierung der Bühne im August verhandelt. Damals hatte der Senat Ottenthal das Misstrauen ausgesprochen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) meinte seinerzeit, die finanzielle Schieflage der Bühne sei von der öffentlichen Hand nicht mehr zu verantworten und habe nicht mehr zu tragende Ausmaße angenommen.

Der Senat musste das Theater mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Mark (2,30 Mill. Euro/31,7 Mill. S) aus seiner finanziellen Notlage befreien. Die bisher jährlichen Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Mark sollen nach der Privatisierung in andere Bereiche des Kulturhaushalts fließen.

Ottenthal verwahrte sich gegen Behauptungen, er hätte das Haus in den Ruin geführt. Er habe das Theater am 1. August 1999 in einer "desolaten wirtschaftlichen Lage" übernommen und mit "Falco meets Amadeus" Erfolg gehabt.

Für eine Privatisierung der Bühne gibt es mehrere Interessenten, darunter die Stage Holding ("König der Löwen") und den Stella- Konzern. (APA/dpa)

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