Strasser warnt vor Blüten

3. Dezember 2001, 19:14
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Euroumstellung: Die neue Währung ist laut dem Innenminister nur schwer zu fälschen

Wien - "Dies ist ein Aufruf des Bundesministers für Inneres: Tauschen Sie Euro nur in einer Bank. Dann können Sie sicher sein, dass sie keine Fälschungen erhalten" - Innenressortchef Ernst Strasser (ÖVP) wurde Montagvormittag plakativ. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Spitzen des heimischen Bankwesens in Wien warnte der Minister auch Handel und Tourismusbranche: "Es gibt mafiose Banden, die bis Ende Februar verstärkt versuchen werden, DM- und Lireblüten in Umlauf zu bringen."

Falsche Euroscheine sind laut Strasser bisher noch keine aufgetaucht. Das neue Geld sei sehr fälschungssicher (obwohl: Interpol rechnet mit ersten Blüten am 1. Jänner 2002 zu Mittag). "Deswegen versuchen Kriminelle, solange es noch geht, Altwährungen in den Markt zu drücken", erklärte der Minister. In Bulgarien sei unlängst eine Fälscherwerkstätte ausgehoben worden, die täuschend echte DM-Scheine hergestellt habe - die Unterschiede zur echten Mark seien nur Spezialisten aufgefallen.

Eine "gute Nachricht" hatte der Minister noch für die Kundschaften seines Hauses: "Wir geben eine Abrundungsgarantie bei Strafen." Ab 1. Jänner werden die "Preise" für die Mandate folgendermaßen umgestellt: 100 Schilling auf sieben EURO, 300 auf 21 und 1000 Schilling auf 72 EURO.

Nationalbankgouverneur Klaus Liebscher bedankte sich indes beim Innenminister für die gute Zusammenarbeit zwischen Banken und Exekutive. 87 Prozent der vorzuverteilenden Euromenge seien - bisher ohne Zwischenfall - ausgebracht (allein in Wien hat die Exekutive bis 30. November 446 Eurotransporte gesichert). Jetzt müssten nur noch die Auslandstöchter heimischer Banken beteilt werden. Laut Liebscher hat es zudem keinerlei deutliche Preiserhöhungen gegeben - "das zeigt auch die rückläufige Inflationsrate".

Walter Rothensteiner, der Vorsteher der Sektion Banken in der Wirtschaftskammer, erklärte unterdessen: "Die flächendeckende Euroversorgung wird gewährleistet sein." 74 Prozent der zukünftig gebrauchten Bargeldmenge (10,5 Milliarden EURO) seien bereits im Umlauf. Dies sei im Vergleich etwa zu Deutschland, 58 Prozent, und Italien, 29 Prozent, sehr viel. Ab 15. Dezember werden laut Rothensteiner zudem sechs Millionen Startpakete à 200 Schilling/14,54 EURO für die Bevölkerung und 650.000 Startpakete für Kleinunternehmer ausgegeben. "Und am 1. Jänner schließlich geben die Bankomaten mit der Pummerin die Euros aus", so der Banker. (DER STANDARD, Print, 4.12.2001)

Christoph Prantner
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