Medizinisches Equipment aus Graz auf dem Weg ins All

2. Dezember 2001, 23:41
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Das "Healthlab" wird in die internationale Raumstation ISS eingebaut werden

Graz - Das Grazer Unternehmen CNSystems ist mit dem Bau des "Herzstücks" für die Internationale Raumstation (ISS) beauftragt worden. Der Task Force Monitor wird als mobiles medizinisches Messsystem die Herz-Kreislauftätigkeit der Astronauten überwachen. Um den handelsüblichen computergroßen Monitor space-station-tauglich zu machen, wird ein Prototyp angefertigt. Die Anpassungen betreffen die Platine, die stoß- und rüttelfest aufgebaut werden müssen. Zudem ist ein normgerechter Umbau der Spannungsversorgung auf 24-29 Volt vorzunehmen. Bereits 1999 verkaufte CNSystems zwei Task Force Monitore an die NASA (Johnson Space Center in Houston).

"Healthlab" gilt als Nachfolgeprodukt des Systems "Neurolab-B", das von 1997-2000 auf der Raumstation MIR zum Einsatz kam. Aufgabe dieses Systems war es, den aktuellen Status der Astronauten an Bord der Raumstation zu überwachen. Aufgrund erfolgreicher Testergebnisse wurde in Kooperation mit der Freien Uni Berlin, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtszentrum (DLR) sowie dem Institut für biologisch-medizinische Probleme (IBMP) in Moskau die Weiterentwicklung des Spacelabors realisiert.

Dauerhaft

Da es sich beim Projekt "Healthlab" nicht um ein Einzelexperiment sondern ein Dauersystem handelt, werden zur Umsetzung der Weltraummission sechs Messsysteme in Russland platziert. Das Training der Kosmonauten wird in Moskau am IBMP und dem so genannten "Sternenstädtchen", dem russischen Kosmonautentrainingszentrum, durchgeführt. Die gesamte Lebensdauer des Systems soll neun Jahre betragen und umfasst die Phasen Testungs-, Bereitschafts- und Nutzungsperiode. Auf den Einsatz unter Weltraumbedingungen entfallen rund fünf Jahre. Mit dem System "Healthlab" sollen auch Studien unter verschiedenen extremen Umweltbedingungen auf der Erde durchgeführt werden. Dazu zählen Luftfahrt, U-Bootflotten sowie Antarktisstationen.

Der Task Force Monitor in seiner heutigen Form wurde 1999 vom Team um den CNSystems-Firmengründer Jürgen Fortin fertiggestellt. Das medizintechnische Gerätes stellt ein nicht-invasives, diagnoseunterstützendes Monitoringsystem dar, das alle relevanten Herz-Kreislauf- Werte unblutig und in Echtzeit ermittelt. Die CNSystems Medizintechnik GmbH wurde im Mai 1998 aus laufenden Forschungsarbeiten der medizintechnischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität und der Technischen Uni Graz gegründet. CNSystems exportiert u.a. in die USA, nach England, Deutschland sowie in die Schweiz. Verhandlungen mit Vertriebspartnern laufen in zahlreichen europäischen Ländern und im arabischen Raum. Der Exportanteil des Unternehmens liegt derzeit bei rund 80 Prozent. (pte)

  • Artikelbild
    foto: cnsystems
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