Jeans und Röcke für Afghanistan?

1. Dezember 2001, 16:48
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Massive Kritik an amerikanischer Vorgangsweise bei Hilfslieferungen

Hamburg - Über die notwendige humanitäre Hilfe für Afghanistan gibt es offenbar Streit zwischen Hilfsorganisationen und dem US-Militär. Wie das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wollen die US-Streitkräfte ohne Absprache mit großen Hilfswerken wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz Altkleider aus dem Westen über dem islamischen Land abwerfen. "Das ist zwar gut gemeint", zitiert der "Spiegel" Edith Wallmeier von Care-Deutschland. Jedoch würden Jeans oder Röcke in Afghanistan kulturell bedingt nicht angenommen.

Kritisiert wird außerdem, dass sich in Kabuler Krankenhäusern inzwischen planlos gelieferte Medikamente stapelten. Organisationen wie die Deutsche Welthungerhilfe setzen nach dem Bericht des "Spiegels" deshalb eher auf langfristige Entwicklungsprojekte wie Wasseraufbereitung oder Saatgutversorgung. Care und der Arbeiter-Samariter-Bund hätten Schals und Decken aus zentralasiatischen Nachbarländern Afghanistans auf den Weg gebracht.(AP)

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