Deutschland: Skandal um Fleischbetrug weitet sich aus

1. Dezember 2001, 15:29
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Produkte sind mit Wasser gestreckt worden - 19 Hersteller verwickelt

Düsseldorf - In die jüngsten Fälle von Fleischbetrug, bei denen Produkte mit Wasser gestreckt wurden, sind nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" Firmen aus ganz Deutschland verwickelt. Die Bezirksregierung im westfälischen Arnsberg nenne insgesamt 19 Hersteller aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen, Berlin und Bayern, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe.

Ein Betrieb aus dem Kreis Unna (NRW) habe gleich acht Produkte gestreckt. Mit einer Bußgeldzahlung von 2.000 Mark (1.023 Euro/14.071 S) sei die Firma allerdings billig davon gekommen. Vier Ordnungsverfahren liefen noch, hieß es weiter.

Zutaten stammten aus Belgien, Niederlanden, Dänemerak und Italien

Der Pfusch mit Kochschinken, Schnitzeln oder Putenfleisch trifft dem Bericht zufolge vielerorts auch Restaurantbesucher. Das Landesuntersuchungsamt Nordbayern habe in überwiegend für Pizza und Nudelgerichten verwendetem Schinken einen Fleischanteil von nur 60 Prozent, dafür aber einen Wassergehalt bis zu 35 Prozent entdeckt.

Dem "Spiegel" zufolge stammten die gestreckten Zutaten nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes Südbayern nahezu ausschließlich aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Italien. Das Amt habe in diesem Jahr von 38 Proben 34 wegen erheblicher Mängel beanstandet und moniert, dass die Qualität dieser Produkte in den vergangenen Jahren noch weiter abgenommen habe. (APA,dpa)

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    foto: srandard/orf
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