Greenspan: Euro ist unzweifelhaft eine solide Währung

30. November 2001, 22:27
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Treffen mit der Euro-50-Gruppe in Washington - Dollar-Stärke wird dauerhaft sein

Washington - Der Euro ist nach Einschätzung von US-Notenbankchef Alan Greenspan unzweifelhaft eine solide Währung. "Der Euro erfüllt eindeutig alle Schlüsselqualifikationen für eine führende internationale Währung. In der Tat kann es kaum Zweifel daran geben, dass der Euro eine solide Währung ist", sagte Greenspan am Freitag bei einem Treffen mit der Euro-50-Gruppe in Washington. Allerdings leide die Gemeinschaftswährung unter einer einer geringeren Nachfrage als der Dollar, weil die Investoren von einem auch künftig höheren Wachstum der US-Produktivität als der Europäischen ausgingen.

Dollar-Stärke wird dauerhaft sein

Nach Ansicht von Greenspan wird die Stärke des US-Dollar trotz des großen Leistungsbilanzdefizits der USA von Dauer sein. In seiner Rede verwies Greenspan am Freitag darauf, dass angesichts dieser Stärke auch der Euro auf absehbare Zeit nicht den Dollar als wichtigste Währung der Welt werde verdrängen können, was aber auch in der Schwäche des europäischen Einheitswährung begründet liege. Diese sei eine Folge des Produktivitätsrückstands der europäischen Volkswirtschaften gegenüber den USA, aber auch Resultat weniger effizienter Finanzsysteme.

Greenspan verwies darauf, dass sich Vorhersagen, der Euro würde den Dollar nach kurzer Zeit als wichtigste internationale Reserve- und Transaktionswährung ablösen, nicht eingestellt hätten. "Diese Erwartungen waren übertrieben", meinte der Fed-Chairman. Er stellte dabei heraus, dass Währungen, hätten sie sich einmal etabliert, sich wegen der bestehenden Infrasstrukturen wie Markttiefe und - liquidität, nicht so schnell verdrängen ließen.

Kritik an reguliertem Arbeitsmarkt Europas

Auch die größere Flexibilität des amerikanischen Arbeitsmarktes ist nach Auffassung Greenspans ein entscheidender Grund für die Stärke des Dollars gegenüber dem Euro. In seiner Rede in Washington sagte Greenspan am Freitag, über Jahrzehnte hätten die Europäer versucht, die Arbeitnehmer in ihren Ländern vor einigen weniger angenehmen Aspekten des Wettbewerbs eines freien Marktes zu schützen.

Diese Unterschiede wirkten sich besonders in den neuen Branchen wie etwa der Hochtechnologie aus, sagte der Notenbankchef. Gerade neu gegründete Unternehmen müssten alles daran setzen, ihre Kosten zu senken. Länder, in denen Gesetze die schnelle Einstellung und Entlassung von Mitarbeitern erschwerten, hätten es deshalb auch schwerer, Unternehmer zu finden, die zu Investitionen in neue Technologien bereit seien, sagte Greenspan. Auch Ausländer würden von Investitionen in diesen Ländern abgeschreckt. (APA/Reuters)

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