Tabakpflanzen entschärfen TNT im Boden

30. November 2001, 20:00
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Dazu wurde ihnen das Gen eines Bakteriums übertragen

Washington - Mit gentechnisch veränderten Tabakpflanzen lassen sich Reste des giftigen Sprengstoffs TNT (Trinitrotoluol) im Boden entschärfen. Dazu haben britische Forscher das Gen eines Bakteriums auf die Pflanzen übertragen. Mit den so geschaffenen Gewächsen könnten unter anderem die erheblich belasteten Grundstücke ehemaliger Sprengstoff-Fabriken gereinigt werden. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Nerissa Hannink vom Institut für Biotechnologie der Universität Cambridge (Großbritannien) in der Dezember-Ausgabe des amerikanischen Fachjournals "Nature Biotechnology" (Bd. 19, S. 1168).

Bisher gebe es keine effektive und kostengünstige Möglichkeit, die giftige Substanz wieder aus der Erde zu bekommen, schreiben die Forscher weiter. Der bislang beschrittene Weg, den kontaminierten Boden zu verbrennen, biete für große Areale keine praktikable Lösung.

Die nun künstlich mit einem Enzym des Bakteriums "Enterobacter cloacae" ausgestatten Tabakpflanzen hingegen tolerierten das Gift nicht nur, sondern bauten es in einer Folge chemischer Reaktionen auch zu ungefährlichen Nebenprodukten ab. Dabei übertrage das Enzym "Nitroreduktase" in mehreren Schritten Elektronen auf das TNT und entferne dabei Sauerstoff aus der Verbindung. (APA/dpa)

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