Rekordarbeitslosigkeit in Japan

30. November 2001, 19:00
posten

USA melden für das dritte Quartal Schrumpfung der Wirtschaft um 1,1 Prozent

Washington/Tokio/Berlin - Kein Ende der Hiobsbotschaften von der internationalen Konjunktur: In den USA meldete das Handelsministerium für das vergangene dritte Jahresquartal eine Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität um 1,1 Prozent. In Japan stieg die Arbeitslosigkeit auf 5,4 Prozent und damit auf einen Nachkriegsrekord. Und auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird nun schon den dritten Monat in Folge ein Ansteigen der Zahl der Erwerbslosen erwartet - auf 3,77 Millionen Jobsuchende. USA: Schrumpfung

Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal 2001 auch nach der zweiten Schätzung des US-Handelsministeriums erstmals seit Anfang 1993 geschrumpft. Der Wert der erwirtschafteten Leistungen sei mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von minus 1,1 Prozent geschrumpft nach einem Plus im zweiten Quartal von 0,3 Prozent, teilte das Ministerium in Washington mit. Dies sei der stärkste Rückgang seit Anfang 1991. In seiner ersten BIP-Schätzung vom 31. Oktober hatte das Ministerium noch mit einer negativen Wachstumsrate von 0,4 Prozent gerechnet.

Japan: Nachkriegsrekord

Die Arbeitslosigkeit in Japan ist auf einen Nachkriegsrekord gestiegen. Wie die Regierung in Tokio am Freitag mitteilte, waren im Oktober 5,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos gemeldet. Im September betrug die Quote noch 5,3 Prozent. Die Marke von fünf Prozent war erstmals im vergangenen Juli erreicht worden, im August verharrte die Arbeitslosigkeit auf diesem Stand.

Zudem hat sich die Deflation fest in der japanischen Wirtschaft verwurzelt. Die japanischen Verbraucherpreise sind im Oktober um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Nach Angaben der Regierung vom Freitag ist dies nun schon der 26. monatliche Rückgang in Folge.

Deutschland: Trendwende

Am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im November endgültig die Trendwende zum Negativen vollzogen: Wie die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf interne Berechnungen der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit berichtete, wird eine Erwerbslosenzahl von bundesweit rund 3,77 Millionen erwartet. Das wären 45.000 Arbeitslose mehr als im Oktober und vor allem 125.000 mehr als im Vorjahresmonat.

Damit lag die Zahl der Menschen ohne Job den dritten Monat in Folge über der des Vorjahresmonats - was nach der Definition der Bundesanstalt eine Trendwende bedeutet. Finanzminister Hans Eichel gestand ein, dass die Arbeitslosenzahl bis zur Bundestagswahl im nächsten Jahr nicht unter 3,5 Millionen Menschen sinken werde.

In Frankreich stieg die Zahl der Arbeitslosen sogar schon den sechsten Monat in Folge. Wie das Arbeitsministerium in Paris mitteilte, nahm die Zahl der Erwerbslosen im Oktober gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent zu. Insgesamt sind in Frankreich demnach nun rund 2,16 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Die landesweite Quote blieb bei 8,9 Prozent. (Reuters, AP, DER STANDARD, Printausgabe 1.12.2001)

Share if you care.