Hilfe für jugendliche Flüchtlinge

30. November 2001, 22:16
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Steiermark: Bereits 130 Minderjährige von "Welcome" betreut

Graz - Im April dieses Jahres startete in Graz "Welcome", ein Pilotprojekt für unbegleitete minderjährige Asylwerber. Die Caritas, die Vereine Omega und Zebra, die alle seit Jahren Jugendliche, die ohne Familie nach Österreich flüchten mussten, betreuen, betreiben zusammen die erste Clearingstelle Österreichs. Mittlerweile gibt es auch in Wien, Salzburg und Linz derartige Stellen. Die Bedürfnisse der 14 bis 18-Jährigen, die anfangs oft schwer traumatisiert sind, werden in den ersten drei Monaten nach ihrer Ankunft im "Clearing" analysiert.

Heuer kamen 150 Jugendliche unbegleitet in die Steiermark, rund 130 davon konnten betreut werden. Die meisten von ihnen sind im Franziskushaus der Caritas untergebracht. Zum Betreuungsangebot gehören neben Psychotherapien und Deutschunterricht auch Orientierungskurse. In diesen - wie auch bei Stadtrundgängen und Museumsbesuchen - erfahren die Jugendlichen mehr über die Geschichte und die aktuelle Lage Österreichs. "Oder wir üben ganz einfache Dinge, wie Straßenbahn fahren", erzählt Gert Wagner von "Omega".

Die Psychotherapeutin Karin Zilian von "Zebra" hält Gruppentherapien und gemeinsame künstlerische Projekte für das wichtigste soziale Netz: "Hier können sie sich heimisch fühlen und darüber sprechen, wenn sie zum Beispiel zu unrecht als Dealer angepöbelt werden." 2002 soll "Welcome" in Form von mobil betreuten Wohngemeinschaften ausgebaut werden. (cms)
(DER STANDARD, Printausgabe, 1.12.2001)

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