Wetten auf nur leicht steigende Kurse

30. November 2001, 17:57
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Mit Diskount-Zertifikaten auf fallende Volatilität spekulieren

Wien - Für Investoren, die auf eine Konsolidierungsbewegung oder nur mehr leichte Zugewinne der Aktienbörsen nach der kleinen Kursrally der letzten Wochen rechnen, bieten sich Discount-Zertifikate als Veranlagungsinstrument an. Der Anlager erwirbt mit einem Zertifikat das Recht, am Ende der Laufzeit den Gegenwert der zu Grunde liegenden Aktie ausbezahlt zu bekommen, dieser ist jedoch in Form eines Höchstbetrages - dem so genanten "Cap" - nach oben limitiert. Im Gegenzug können die Zertifikate jedoch zu einem geringerem Kurs als die Aktie selbst erworben werden, die Differenz stellt den "discount" dar. Der "discount" ist eine Art Sicherheitspuffer, selbst wenn die Aktie geringfügig sinkt, ist man mit dem Discount-Zertifikat noch im Plus.

Bis zum Laufzeitende gleicht sich dabei der Wert des Zertifikats sukzessive jenem der zu Grunde liegenden Aktie an, sofern der Aktienkurs den Höchstbetrag nicht überschritten hat. Technisch gesehen entspricht das Zertifikat damit einer Kombination aus einer Call-Option auf die Aktie und gleichzeitig einer geschrieben Call-Option mit einem höheren Basispreis auf das selbe Wertpapier. Aus der Prämie auf den geschriebenen Call errechnet sich auch der Discount des Zertifikats. "Damit können auch Privatanleger von hoher Volatilität profitieren", beschreibt eine Centrobank-Expertin gegenüber die Vorzüge dieses Instruments.

Hoffen auf Beruhigung

In Zeiten hoher Volatilitäten sind Optionen rechnerisch teurer, die Prämie für den Verkauf eines Calls ist daher hoch und damit das Discount-Zertifikat deutlich billiger als die zu Grunde liegende Aktie, bestätigt auch Walter Kozubek von der Citibank in Wien. Wer also auf eine Beruhigung zuletzt sehr schwankungsfreudigen Börsen setzen will, ist mit einem Discount-Zertifikat gut beraten.

Insbesondere wer auf eine Seitwärtsphase setzt, sollte Discont-Zertifikate in Erwägung ziehen, sind sich die Anlageexperten einig. "Das Kursziel muss über dem Cap des Zertifikats liegen", führt die Centrobank-Expertin weiter aus, "wenn man ein Kursziel über dem Cap hat, macht es mehr Sinn die Aktie direkt zu kaufen".

Kapitalertragssteuer entfällt

Von seiner Auszahlungsstruktur her ähneln Discount-Zertifikate den Cash-Or-Share-Anleihen, haben aber im Gegensatz zu diesen einige Vorzüge, so Kozubek. So würde bei Aktienanleihen Kapitalertragssteuer anfallen, während für Discount-Zertifikate nur eine etwaige Spekulationssteuer zu entrichten ist. Zudem sei die Wertentwicklung von Discount-Zertifikaten leichter nachzuvollziehen, der aktuelle Kurs kann direkt mit jenem der Aktie verglichen werden.

Die Centrobank bietet derzeit Discount-Zertifikate auf voestalpine, OMV, Telekom Austria, MLP und Altana an. Die Papiere werden an der Wiener Börse und der Optionsscheinbörse Euwax in Stuttgart gehandelt. Die Citibank hat derzeit keine jüngeren Emissionen an Discount-Zertifikaten im Programm, es werden aber immer wieder aktuelle Serien aufgelegt, heißt es aus dem Institut. Auch zahlreiche deutsche Wertpapierhäuser bieten laufend entsprechende Produkte an. (APA)

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