Fotografin Eva Siao 90jährig in Peking verstorben

30. November 2001, 15:55
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Sie dokumentierte Chinas Umbruch nach 1949 jenseits jeder Propaganda-Ästhetik

Peking - Die deutsche Fotografin und Fernsehjournalistin Eva Siao ist im Alter von 90 Jahren in Peking gestorben. Sie erlag am Donnerstag im Spital einem Krebsleiden, wie ihre Familie bestätigte.

Eva Siao war verheiratet mit dem 1983 verstorbenen chinesischen Dichter und Weggefährten Mao Tsetungs, Emi Siao. Sie war wohl der einzige Mensch, der Chinas Aufbruch nach der Revolution von 1949 ungeschönt auf Fotos festgehalten hat. Ohne optische Extravaganzen dokumentierte Siao alltägliche Szenen aus ihrer direkten Umgebung.

Eva Siao reihte sich damit unbewusst in die internationale Bewegung der "Human Interest"-Fotografie der Nachkriegszeit ein. Mit ihren Fotografien stand die Deutsche ganz im Gegensatz zur offiziellen Propaganda-Fotografie.

"Die Russen haben nur gestellte Fotos gemacht und die Chinesen haben sie übernommen", sagte Eva Siao einst. Trotz langer Haft während der Kulturrevolution ist ihre Liebe zu China aus jedem Bild ablesbar. (APA/dpa)

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