Österreichische Biomasse-Verband fordert ein Sofortprogramm

30. November 2001, 14:15
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Mindestvoraussetzung für Verpflichtungen im Kyoto-Prozess

Wien - Der Österreichische Biomasse-Verband fordert ein Sofortprogramm für Wärme und Strom aus Biomasse in Höhe von 800 Mill. S (58,1 Mill. Euro) pro Jahr. Laut Verbandschef Heinz Kopetz wäre die sofortige Umsetzung ab 2002 eine Mindestvoraussetzung für Österreich, um überhaupt noch die Chance zu haben, die Verpflichtungen im Kyoto-Prozess zu realisieren.

Würde die Regierung für Biomasse-Investitionen 800 Mill. S kurzfristig bereitstellen, ließe sich ein Investitionsvolumen von mehr als 2 Mrd. S im kommenden Jahr 2002 auslösen, sagte Kopetz am Freitag in Wien. Diese Mittel könnten in Fern- und Nahwärmenetze aus Biomasse, in Biowärme-Contracting-Projekte und Biogasanlagen sowie in den Bau von Erzeugungsanlagen für Biotreibstoffe und in den Bau von Holzvergasungsanlagen investiert werden. Dabei, betonte Kopetz, gehe es um Investitionen, die auch besonders beschäftigungswirksam wären.

Trendwende bei den Emissionen im kommenden Jahr soll erreicht werden

"Bis 2010 sind es faktisch nur mehr acht Jahre", sagte Kopetz weiter. Die Zeit dränge. Wenn es nicht gelingt, im nächsten Jahr eine Trendwende bei den Emissionen zu erreichen, laufe Österreich Gefahr, dass innerhalb der dann noch verbleibenden Zeit die starke Reduktion der Treibhausgasemissionen um 13 Prozent gegenüber 1990 nicht mehr umsetzbar sei. Dann müsste Österreich in internationale Fonds zahlen, als Strafe für die Nichterfüllung seiner Verpflichtungen.

Der Vorsitzende des Biomasse-Verbands wies auch darauf hin, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen notwendig seien, um die EU-Richtlinie zur Ausweitung der Stromerzeugung aus Biomasse, Wind und Photovoltaik einhalten zu können. (APA)

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