Deutsche Privat-TV-Sender senken Werbepreise für 2002

30. November 2001, 13:54
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Bei den Österreich-Vermarktern bleibe dagegen "alles beim Alten"

Die Vermarkter der großen deutschen Privatsender senken nach Brancheninformationen ihre Spotpreise bei zahlreichen TV-Sendungen. Grund sei neben enttäuschenden Quoten bei einzelnen Sendungen die unsichere wirtschaftliche Lage, berichtete der Branchendienst kressreport" in seiner aktuellen Ausgabe. Die Vermarkter der österreichischen Werbefenster wollen die Tarife dagegen konstant halten, wie Rundruf am Freitag ergab.

"In Österreich haben wir das gleiche Preisniveau wie auch dieses Jahr geplant", erklärte Stefanie Bleil, Verkaufsleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin von SevenOneMedia, dem Vermarkter der Kirch-Sender. Auch bei der IPA-plus Österreich, Vermarkter der Werbefenster der RTL-Gruppe, bleibt "alles beim Alten": "Es gibt keinen Grund, die Preise zu verändern", hieß es auf Anfrage.

Schwache Quoten

Anders in Deutschland: Bei SAT.1 fallen laut "kressreport" die Preise bei der Samstags-Ausgabe des Fußballmagaznis "ran" um 17 Prozent, bei der Freitags-Ausgabe der "Harald Schmidt Show" ebenfalls um 17 Prozent und bei Stefan Raabs ProSieben-Show "TV total" um fünf bis neun Prozent. Die Spotpreise für die neue Trash-Wettshow "Banzai" würden sogar um 54 Prozent gesenkt.

IP Deutschland, Vermarkter der RTL-Gruppe in Deutschland, verbilligt dem Bericht zufolge vor allem die Spotpreise beim Familiensender Super RTL. So kosteten etwa die Wiederholungen der "Traumhochzeit" am Samstagabend bis zu 38 Prozent weniger als ursprünglich geplant.

Geringere Nachfrage

Generell sei bei der Ersteinbuchung der Spots die Nachfrage im Vergleich zum Jahr 2000 nicht mehr dieselbe, so das Magazin. Die Unternehmen träfen ihre Budget-Entscheidungen viel kurzfristiger und warteten erstmal die wirtschaftliche Entwicklung ab. Noch im vergangenen Jahr hatten beide großen Vermarkter im Herbst noch einmal die Preise erhöht, da attraktive Werbe-Inseln zum Teil um ein vielfaches überbucht waren. (APA)

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