"Infektionen bei jungen, heterosexuellen Frauen nehmen am meisten zu"

30. November 2001, 12:32
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Wiltrud, vom Verein H.I.V zu Gast beim FM4-Jugendzimmer - heute

Die Zeiten, in denen Millionen für aufwendige TV- und Kinospots in Sachen Aids-Prävention investiert wurden und es für Stars fast schon zum guten Ton gehörte, sich für Aids-Kampagnen, zur Verfügung zu stellen, sind vorbei. Aids ist das Problem der anderen geworden. Der Menschen in Südafrika, in Thailand, in Moskau. Die erste Welt vertraut in Sachen HIV auf medizinischen Fortschritt. Die positiven Meldungen aus der Medizin bezüglich wirksamer Medikamente gegen HIV haben die Gedanken an Vorsorge und Vorsicht ziemlich in den Hintergrund rücken lassen.

Wiltrud ist als junge Frau von ihrem HIV-positiven Ehemann infiziert worden, der ihr jahrelang seine HIV-Infektion verschwiegen hat. "Ich habe ihm vertraut. Aber Schutz ist besser als Vertrauen", sagt die Mutter eines 11jährigen Buben heute. Wiltrud arbeitet für den Verein H.I.V. - Hoffnung, Information, Vertrauen. Die jungen Frauen, die sie dort betreut, haben in vielen Fällen den selben Fehler begangen wie sie: Die Gefahr einer HIV-Infektion unterschätzt.

"Es sind gerade junge, heterosexuelle Frauen, die die am stärksten wachsende Gruppe der Neu-Infizierten ausmachen", erzählt Wiltrud. Sie weiß aus ihrer eigenen Erfahrung über die gewaltigen Veränderungen, die plötzlich durch einen positiven HIV-Test über einen hereinbrechen. Und über die Diskriminierungen, denen vor allem HIV-positive und Aidskranke Frauen ausgesetzt sind. Am Freitag ist Wiltrud zu Gast in einem "Jugendzimmer"-Spezial bei Elisabeth Scharang, um mit den HörerInnen zu diskutieren. (red)

"Aids - ein Problem der anderen"
FM4
19.00 Uhr
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