Sadam Hussein bietet Kurden Dialog an

30. November 2001, 11:41
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Kurdische Partei will "keine Unabhängigkeit, sondern Autonomie in einem demokratischen Irak"

Diyarbakir - Der irakische Kurdenführer Massud Barzani hat nach eigenen Angaben ein Dialogangebot von Staatschef Saddam Hussein angenommen. In einer am Freitag in der türkischen Stadt Diyarbakir empfangenen Sendung des TV-Kanals seiner Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) erklärte Barzani: "Wir sind für den Frieden, wir wollen keinen Krieg". Seine Partei kämpfe nicht für einen unabhängigen kurdischen Staat. Ihr Ziel sei eine weitgehende Autonomie im Rahmen eines "demokratischen Irak".

Sadam Hussein bietet Kurden Dialog an

Saddam Hussein hatte ein neues Dialogangebot an die Kurden gerichtet. Der Nordirak ist seit dem Ende des Golfkriegs 1991 der Kontrolle Bagdads entzogen. Die Provinzen Arbil, Suleimaniya und Dohuk werden von Barzanis KDP und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) seines Rivalen Jalal Talabani kontrolliert. Die PUK beherrscht den östlichen Teil an der Grenze zum Iran, während die KDP weitgehend das Grenzgebiet zur Türkei unter ihrer Kontrolle hat.

Barzani wird von der Türkei unterstützt und bekämpft die Kurdische Arbeiterpartei (PKK), deren Kämpfer sich teilweise auf irakisches Territorium zurückgezogen haben. Die Türkei hat immer wieder militärische Vorstöße auf irakisches Gebiet unternommen. In Ankara war zuletzt spekuliert worden, die Türkei könne mit westlicher Duldung die Kontrolle über den Nordirak übernehmen, um die Entstehung eines unabhängigen Kurdenstaates dort zu verhindern. (APA)

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