Elektronischer Dolmetscher bringt seinen Erfindern den Zukunftspreis ein

29. November 2001, 22:43
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Das "Verbmobil" soll sich sogar von eingestreuten "Ähs" nicht schrecken lassen

Berlin - Der Deutsche Zukunftspreis geht in diesem Jahr an die Erfinder eines elektronischen Dolmetschers. Der Übersetzungscomputer vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Universität Saarbrücken kann Deutsch, Englisch oder Japanisch sekundenschnell zwischen Geschäftsleuten übersetzen, die in ihrer Muttersprache telefonieren. Der von Bundespräsident Johannes Rau am Donnerstagabend in Berlin überreichte Preis ist mit 500 000 Mark (256 000 Euro) dotiert.

Entwickler Prof. Wolfgang Wahlster sagte, mit dem "Verbmobil" genannten Gerät sei es erstmals gelungen, Spracherkennung, Sprachverstehen und Künstliche Intelligenz zusammenzubringen. Der Computer könne sogar Sätze mit "Ähs" sowie Satzabbrüchen und Versprechern bearbeiten. Das "Verbmobil" soll bei Gesprächen über ISDN-Telefone oder GSM-Mobilfunk zwischen Gesprächsteilnehmern geschaltet werden und übersetzen. Das Programm funktioniere bisher aber nur in bestimmten Geschäftsfeldern mit Standardsituationen und sei kein Ersatz für einen Simultandolmetscher.

Insgesamt waren vier innovative Projekte nominiert worden. Mit dem Preis ehrt der deutsche Bundespräsident jedes Jahr eine deutsche Spitzenleistung aus Technik, Ingenieur- oder Naturwissenschaften. Der Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen. Im vergangenen Jahr erhielten die Erfinder vom MP3, eine Form der Datenkomprimierung für Musikdateien vor allem im Internet, die Auszeichnung.(APA/dpa)

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