Bei Henderson überwiegt Optimismus

29. November 2001, 22:47
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Aktienmärkte weiterhin günstig bewertet. Hauptrisiken im japanischen Bankensystem und bei US Konsumenten.

Rupert Carnegie, Director of Research & Strategy beim britischen Vermögensverwalter Henderson Global Investors, sieht aktuell sowohl die europäischen (gemessen am DJ EuroStoxx) als auch die amerikanischen Aktienmärkte (S&P 500) als unterbewertet an. Das britische Investmenthaus geht von einer baldigen Erholung der amerikanischen Industrieproduktion aus und setzt weiters auf die aktuelle hohe Liquidität im amerikanischen Markt.

Schrumpfende Wirtschaft und steigende Aktien

In den USA sieht Henderson ein Potential für den S&P 500 von noch etwa 10% bis Juni 2002, und das obwohl das BIP Wachstum sich von aktuell 1% p.a. auf nur noch 0,1% abschwächen wird. Bei der US-Inflation erwartet Rupert Carnegie einen Rückgang von aktuell 2,9% auf 2,2%, weiters sind für Ihn amerikanische Anleihen derzeit überbewertet, was sich wiederum positiv auf Aktien auswirken wird.

In Europa erwartet sich Henderson, dass der DJ EuroStoxx bis Juni 2002 auf etwa 350 zulegen wird, das entspricht einem Anstieg von fast 15% - der Euro sollte im gleichen Zeitraum die Parität zum Dollar erreichen.

Risiken sind aber ungewöhnlich hoch

Die drei Hauptrisiken sind für Rupert Carnegie aber derzeit der amerikanische Konsument, die Lage nach dem 11. September (in Zusammenhang mit dem Ölpreis) und die Stabilität des Finanzsystems vor allem in Japan. Bei Ersterem ist er trotzdem nicht allzu pessimistisch: Die Konsumausgaben in den USA sind nach dem 11. September weiterhin stabil geblieben, den Grund sieht er vor allem an den unverändert steigenden Preisen für Häuser. Denn im Gegensatz zu Europa sind diese Preise in Amerika für den Konsumenten wichtiger als diejenigen für Aktien. Ein großes Fragezeichen stellt für Ihn allerdings die Arbeitsmarktentwicklung in den USA dar, die Beschäftigung schrumpft dort seit dem Frühjahr konstant. Auch in der Stabilität des Finanzsystems liegt für Carnegie ein großes Risiko: Die Risikodiversifikation bei Derivaten hat zwar sein 1998 ständig zugenommen, das Bankensystem ist aber besonders in Japan gefährdet. Das BIP soll in Japan im nächsten Jahr weiter um 0,9% schrumpfen und obwohl der TOPIX für Henderson um fast 30% unterbewertet ist, ist Henderson dort nur neutral gewichtet. „Der Markt ist extrem billig, die Risiken dafür aber entsprechend groß.“

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