Bedrohte Wale sind umgezogen

29. November 2001, 21:01
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Glattwale wechselten Ort und Ernährungs- Gewohnheiten - und entgingen damit dem Abschlachten

Washington - In einem abgelegenen Winkel der Beringsee haben US-Meeresbiologen eine kleine Gruppe nordpazifischer Glattwale entdeckt, die als die am stärksten gefährdeten Großwale gelten. Die durch den unkontrollierten Walfang vergangener Jahrzehnte fast ausgestorbenen Glattwale der Gattung Eubaleana haben sich durch diesen Ortswechsel und eine Umstellung der Lebensweise "über Wasser halten" können, schreiben die Biologen im US-Wissenschaftsmagazin "Science".

Die Glattwale, die sonst mit Vorliebe in etwa 200 Meter Meerestiefe auf Futtersuche gingen, haben auch ihren Speiseplan umgestellt. Statt den Krill Neocalanus cristatus zu jagen, hält sich die Glattwalgruppe inzwischen an den Krill Calanus marshallae, der in den flacheren Gewässern ihrer neuen Heimat in 50 bis 80 Metern unter der Meeresoberfläche reichlich vorhanden ist.

Doch es sind nur wenige

Trotz der gelungenen Anpassung besteht die im Sommer 1997 und 1999 beobachtete Gruppe aus nicht mehr als einigen zehn Walen, berichtet das Team um Cynthia Tynan vom Northwest Fisheries Science Center (NWFSC) der US-Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in Seattle. Die Glattwale im östlichen Nordpazifik waren laut Tynan und Kollegen durch den Fang in den 40er bis 60er Jahre bis an den Rand ihrer Existenz gebracht worden.

Zuflucht suchte die jetzt identifizierte Gruppe in einem Gebiet der südöstlichen Beringsee zwischen 162 und 166 Grad West. Dort sei der Krill offenbar durch Veränderungen des Ökosystems im Meer fast doppelt so groß wie der in den traditionellen Fanggründen der Wale und noch dazu "extrem fettreich".(APA/dpa)

Vgl. "Science", (Bd. 294, S. 1894)

NOAA

NWFSC
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