Gute Unternehmen sind nicht immer gute Aktien

30. November 2001, 15:33
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Die Bekanntheit von Blue Chip Unternehmen vermittelt Sicherheit und Stabilität - oft zu Unrecht

Ein wichtiger Grundsatz auf den Aktienmärkten lautet: "Gute Unternehmen sind nicht immer gute Aktien." Dahinter steckt das Faktum, daß große Unternehmen oft den Interessen unterschiedlicher Gruppen gerecht werden müssen. Mitarbeiter sind an sicheren Arbeitsplätzen und möglichst attraktiven Arbeitsbedingungen interessiert. Lieferanten sind an dauerhaften Geschäftsbeziehungen und möglichst lukrativen Geschäften interessiert. Für Kunden steht die Produktqualität und der günstige Preis im Vordergrund. Und nicht zuletzt wollen Aktionäre einen möglichst hohen Ertrag auf das Eigenkapital erzielen.

Blue Chips mit Liquidität

Andererseits liegt der Vorteil großer Blue-Chip Aktien in ihrer Liquidität. Große Unternehmen, gemessen an ihrer Marktkapitalisierung, werden von Anlegern vor allem dann gekauft oder verkauft, wenn extreme Bewegungen an den Märkten stattfinden. Dann ist Liquidität gefragt, und die gibt es zumeist nur bei den großen Blue Chips.

Die Fondsmanager Michael Seyda (dit-MEGASTARS Europa) und Andreas Frenzel (dit-MEGASTARS Global) setzen mit ihren Fonds auf Blue-Chip Aktien. Der Europa Fonds orientiert sich am DJ Stoxx 50, der globale Fonds hat den DJ Global Titans Index als Benchmark. Die Fonds wurden jeweils am 17. Juli dieses Jahres aufgelegt.

Blue Chips als Basisinvestment

Vor allem vor dem Hintergrund der dramatischen Verluste an den Neuen Märkten in Europa und an der Nasdaq werden Blue Chip Fonds als solides Basisinvestment für internationale Aktienveranlagungen empfohlen. Thorben Pollitaras, Vertriebsdirektor des dit: "Mit diesen beiden Fonds darf der Anleger keine dramatische Outperformance gegenüber der Benchmark erwarten - das Risiko einer Abweichung von der Gesamtmarktentwicklung wird dadurch reduziert."

e-fundresearch/Wien: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage auf den europäischen Aktienmärkten. Was erwarten Sie bis Ende des Jahres und für das 1. Quartal 2002?

Michael Seyda: "Die Kursanstiege in den letzten Wochen waren enorm. Im Vergleich zu den Unternehmensdaten sehen wir derzeit hohe Bewertungen. Es ist aber nichts Neues, daß Aktienmärkte fundamentale Entwicklungen vorwegnehmen.Die Zahlen für das 4. Quartal, die wir Anfang des Jahres veröffentlicht werden, zeigen dann, ob die Ralley an den Börsen gerechtfertigt war."

e-fundresearch/Wien: In welchen Branchen und Sektoren sehen Sie Potenzial und wo sind Risiken?

Michael Seyda: "Für den Ölsektor erwarte ich für die nächsten Wochen trotz Underperformance keine bedeutsame Erholung. Für Technologieunternehmen wird die Luft auch bereits dünn. Für den Softwaresektor sehe ich noch mehr Potenzial. Dieser Sektor hat sich von den Tiefstständen noch nicht erholt."

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