Powell: Gerüchte über Einsatz gegen den Irak haltlos

29. November 2001, 21:34
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US-Außenminister zeigt Verständnis für arabische Einwände

Washington - US-Außenminister Colin Powell hat Spekulationen als haltlos bezeichnet, wonach die USA bei ihrem Anti-Terror-Kampf als weiteren Schritt Maßnahmen gegen den Irak planen. Powell sagte am Donnerstag in Washington, entsprechende Medienberichte entbehrten jeder Grundlage.

Die Annahme, dass "etwas unmittelbar bevorsteht, ist durch keine besondere Substanz zu untermauern", betonte Powell. Die Regierung in Bagdad hatte kurz zuvor erklärt, sie erwarte einen Angriff der Vereinigten Staaten. Zu Wochenbeginn hatte US-Präsident George W. Bush vom Irak verlangt, die Rüstungsinspektoren der UNO wieder ins Land zu lassen. Bush sagte, der US-Antiterrorkampf richte sich auch gegen die Produzenten solcher Waffen.

Ägyptischer Außenminister warnt USA vor Militäraktion

US-Außenminister Colin Powell hat Verständnis für die Einwände der arabischen Staaten gegen eine mögliche US-Militäraktion gegen den Irak geäußert. Nach einer Unterredung mit seinem ägyptischen Ressortkollegen Ahmed Maher sagte Powell am Donnerstag in Washington, er werde die arabischen Bedenken berücksichtigen. Bisher sei dies nichts, worüber es Meinungsverschiedenheiten gebe. Maher sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz: "Ich denke, er hat uns gehört."

US-Präsident George W. Bush hat in den letzten Tagen wiederholt angedeutet, die USA könnten den Irak in Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terrorismus wegen der Weigerung Bagdads angreifen, wieder UNO-Waffeninspektoren ins Land zu lassen. Powell sagte während der Pressekonferenz, die USA verstünden die "Vorsicht einiger unserer Freunde". Maher hatte am Mittwoch die USA vor einer Militäraktion gegen den Irak oder ein anderes arabisches Land im Kampf gegen den Terrorismus gewarnt.

Ein weiteres Thema des Gesprächs zwischen Powell und Maher war die Lage im Nahen Osten. Maher hob hervor, dass Powell Israel als Besetzer arabischen Bodens bezeichnet habe. "Zum ersten Mal haben die USA damit das Kernproblem benannt", sagte der ägyptische Außenminister. Ägypten macht Israel für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Die fortgesetzten militärischen Vorstöße in die Gebiete der palästinensischen Selbstverwaltung und die israelische "Mordpolitik" könnten nur zu noch mehr Gewalt und Blutvergießen führen, hatte Maher erklärt. (APA/Reuters)

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