Erstmals Preis für frauenspezifische Forschung vergeben

29. November 2001, 18:21
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Preisträgerin ist die Politologin Agnes Neumayr

Innsbruck – Die Universität Innsbruck hat am Donnerstag erstmals einen Preis für frauenspezifische Forschung an der Universität vergeben. Preisträgerin ist die 36jährige Poltikwissenschafterin Agnes Neumayr. Verantwortlich für die Preisvergabe ist die Interfakultäre Koordinationsstelle für feministisch Forschung und Lehre. Das Preisgeld in der Höhe von 25.000 Schilling wurde vom Institut für Mikrobiologie gestiftet.

Neumayr erhält die Auszeichnung für ihre interdisziplinäre Arbeit zur Ästhetik als Lebenspraxis am Beispiel der Kasena/Nankana-Frauen in Ghana. Die Arbeit ist unter dem Titel „’Aisthetike Episteme’ und die Politik der Gefühle“ in den Wiener Beiträgen zu Afrikanistik erschienen. Anhand der Wandmalkunst der Kasena/Nankana erarbeitet Neumayr einerseits schwarzafrikanische Kriterien von weiblicher Ästhetik. Sie versucht anderseits daran eine „Ethik der Gefühle“ zu beschreiben, die ihrer Ansicht nach auch „friedens/politisch“ von „grundlegender Bedeutung“ sein könnte.

Die Zukunft des Frauenforschungspreises ist noch nicht gesichert. Ebenso wenig wie der Weiterbestand der feministischen Koordinationsstelle in Innsbruck. Rektor Hans Moser hat bei der Preisverleihung versprochen, sich um weitere Preistifter zu bemühen. Der Preis soll jeden falls aus Geldmitteln der Uni finanziert werden, nicht durch externe Sponsoren.

Überlebenskampf

Die feministische Koordinationsstelle, die vor einem Jahr mit Bundesmitteln errichtet wurde, kämpft um die fixe Eingliederung in die Innsbrucker Uni. Die Stelle, die Rektor Hans Moser bei der Eröffenung als „wichtige Einrichtung für die Universität und die Geschlechterdemokratie“ bezeichnet hatte, spürt nun Gegenwind. Nächsten Donnerstag entscheidet der Unisenat, in dem kaum Frauen sitzen. Mehr als 30 Professo rinnen und hunderte Studen tinnen haben in einer Unterschriftenaktion die fixe Verankerung der Stelle gefordert. Die Koordinationsstelle verweist darauf, dass sich die Universität zur Intensivierung des Gender Mainstreaming bekannt und in ihren Statuten Leitlinien für die Frauenförderung vorsieht. (bs)

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