Schröder: Europas Rolle muss in Afghanistan sichtbar sein

29. November 2001, 17:00
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GUS-Regierungen für Afghanistan-Friedensplan unter UNO-Aufsicht

Berlin - Europas Rolle muss nach Ansicht des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder bei der Neuordnung Afghanistans nach dem Sturz des Taliban-Regimes auch militärisch sichtbar werden. Beim EU-Gipfel in Laeken am 14. und 15. Dezember solle auch über dieses Thema gesprochen werden, sagte Schröder am Donnerstag in Berlin nach einem Treffen mit dem belgischen Premierminister Guy Verhofstadt. Dieser reist als EU-Ratspräsident derzeit durch die Hauptstädte der EU-Länder, um den Gipfel vorzubereiten.

Schröder sagte, es sei aber noch zu früh für Gespräche über konkrete Schritte wie die eventuelle Beteiligung von EU-Ländern an einer UNO-Friedenstruppe. Zunächst müssten die Ergebnisse Afghanistan- Konferenz abgewartet werden. Aus Bonn kämen "ermutigende Zeichen".

Die Regierungen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) haben sich am Donnerstag für eine Friedensregelung in Afghanistan unter Aufsicht der Vereinten Nationen ausgesprochen. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen lasse sich das Ziel erreichen, teilten die Außenminister der Mitgliedsländer in Moskau am Vortag des Jubiläumsgipfels zum zehnjährigen Bestehens der GUS mit. Die ehemaligen Sowjetrepubliken Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenien haben eine gemeinsame Grenze mit Afghanistan.

Zentrale Rolle Tadschikistans

Der russische Präsident Wladimir Putin hob bei einem Treffen mit seinem tadschikischen Amtskollegen Emomali Rachmonow die zentrale Rolle Tadschikistans hervor. Die Regierung in Duschanbe soll nach Medienberichten den USA die Nutzung eines Flughafens in Grenznähe für Kampfeinsätze gegen Ziele in Afghanistan erlaubt haben.

Die GUS feiert am Freitag in Moskau ihr zehnjähriges Bestehen als Nachfolgeorganisation der aufgelösten Sowjetunion. An dem Jubiläumsgipfel will auch Putins Vorgänger Boris Jelzin teilnehmen, der seit seinem Rücktritt vor knapp zwei Jahren die Öffentlichkeit scheut. "Boris Nikolajewitsch hat mit großer Freude die Einladung angenommen", sagte Putin nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Jelzin hatte am 8. Dezember 1991 mit weiteren Staatschefs die Auflösung der Sowjetunion erklärt und die Gründung der GUS vorangetrieben. (APA/dpa)

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