Regierungsstreit um Friedenspolitik

29. November 2001, 20:00
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Peres wirft Sharon einseitige Konzentration auf Sicherheitsfragen vor

Jerusalem - Innerhalb der israelischen Regierung ist ein neuer der Streit über die richtige Strategie bei den Friedensgesprächen mit den Palästinensern ausgebrochen. Außenminister Shimon Peres übte am Donnerstag heftige Kritik an Ministerpräsident Ariel Sharon, dem er eine einseitige Konzentration auf Sicherheitsfragen vorwarf. Gleichzeitig forderte Peres eine größere Mitsprache bei den Verhandlungen der US-Unterhändler Anthony Zinni und William Burns.

Sieben Tage und nicht eine Stunde weniger

Peres steht auch Sharons Bedingung für die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen, nämlich einer einwöchigen Gewaltpause der Palästinenser, skeptisch gegenüber. Sharon hingegen bekräftigte am Donnerstag sein unbedingtes Festhalten an dieser Bedingung. In einer Rede vor Journalisten vor seiner Abreise zu einem mehrtägigen USA-Besuch sagte Sharon, er werde nicht von dieser Forderung abrücken. "Es werden sieben Tage sein und nicht eine Stunde weniger", sagte Scharon und beschuldigte Palästinenserpräsident Yasser Arafat erneut, eine "Koalition des Terrors" aufgebaut zu haben.

Peres: "Realer Neubeginn muß in Aussicht gestellt werden"

Dagegen erklärte Peres vor Mitgliedern seiner Arbeitspartei, es sei unsinnig, wenn Sharon von den Palästinensern ein entschlosseneres Vorgehen gegen Gewalttäter und damit das Risiko eines Bürgerkrieges einfordere, ohne ihnen eine reale Aussicht auf den Neubeginn von Friedensverhandlungen zu bieten. Bereits am Mittwoch hatte Peres die Konzentration auf Sicherheitsfragen als Fehler bezeichnet und sich verärgert darüber gezeigt, dass Sharon einen untergeordneten Sicherheitsexperten, den früheren Antiterror-Berater Meir Dagan, mit der Leitung der Gespräche mit den US-Vermittlern beauftragt hatte. (APA)

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