Waneck: "Ich warne, wachsam zu bleiben"

29. November 2001, 16:08
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Positive Situation immerhin bei den HIV-Tests

Wien - Zwar befinde sich Österreich in einer im internationalen Vergleich guten Situation, doch Sorglosigkeit sollte daraus nicht werden. "Ich warne, wachsam zu bleiben", erklärte am Donnerstag Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck.

Ein Aspekt, der für alle westlichen Industriestaaten mit der Möglichkeit der hoch wirksamen Kombinationstherapie für die Patienten trifft: Da HIV-Infizierte und Aids-Patienten wesentlich länger leben als ehemals ohne effiziente Behandlung nimmt insgesamt die Zahl der HIV-Positiven zu. Waneck: "Es ist zu einem drastischen Rückgang des Ausbruchs des Vollbildes von Aids gekommen, die Lebensdauer hat sich verlängert. Wir haben in Österreich jährlich einen Zuwachs an rund 400 HIV-infizierten Personen. Die Anzahl der Aids-Patienten wird deshalb zunehmen."

Zahlen

Im Gesundheitsministerium rechnet man mit in Österreich rund 9.000 HIV-Infizierten. Die Aids-Hilfe-Organisationen sprechen von rund 15.000. Diese beiden Zahlen bilden die Bandbreite, die mit den vorhandenen epidemiologischen Mitteln nicht wesentlich enger zu gestalten ist.

Positiv sieht Waneck die Situation bei den HIV-Tests: "Es werden in Österreich pro Jahr rund 1,2 Millionen Personen auf HIV getestet. Das bedeutet theoretisch jeder siebente Österreicher. 500.000 Tests entfallen auf das Blutspendewesen. Mit einer Testfrequenz von 70 Personen pro 1.000 Einwohner ist Österreich weltweit Spitze."

Für das kommende Jahr plant das Staatssekretariat eine neue Aids-Aufklärungskampagne. Vorher soll der Stand des Wissens der Menschen zu HIV und Aids erhoben werden. Trotz Budgetrestriktionen würden die Aids-Hilfen im kommenden Jahr sogar etwas mehr Geld als 2001 erhalten, betonte Waneck. In diesem Jahr standen rund 25 Millionen Schilling bereit. Österreich unterstützt mit einer Million US-Dollar (15,7 Mill. S) auch den von UN-Generalsekretär Kofi Annan ins Leben gerufenen "Global Health Fund". (APA)

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    foto: cremer
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