Wiener "Buddys" fürchten um ihren Fortbestand

29. November 2001, 16:02
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Verein widmet sich der emotionalen Betreuung HIV-positiver und an Aids erkrankter Menschen

Wien - 20 Jahre nach dem ersten Bericht über die Immunschwächekrankheit Aids ist die umfassende Betreuung der Betroffenen noch längst nicht gesichert. Darauf haben am Donnerstag die Wiener Grünen hingewiesen. Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz berichtete von der prekären finanziellen Situation des Vereins "Buddy", der sich unter anderem der emotionalen Betreuung HIV-positiver und an Aids erkrankter Menschen widmet. Inzwischen seien dort sämtliche angestellten Mitarbeiter gekündigt worden.

In Sachen Aids gibt es nach Ansicht von Pilz inzwischen zwar weniger Panikmache, "dafür ist die Krankheit aber auch aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden". Die Lust der Menschen zu helfen, schwinde dabei ebenfalls. Das Problem der sozialen Ausgrenzung der Betroffenen bleibe jedoch bestehen. Buddys würden persönlichen Kontakt und Unterstützung bieten sowie für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stehen.

Finanzierung

Laut Pilz wird der Verein ausschließlich durch Spenden - etwa aus den Erlösen des Life Balls - finanziert. Eine Subvention durch die Gemeinde Wien habe es trotz mehrerer Anträge bis dato nicht gegeben. Pilz: "Der Verein ist der kleine Bruder in der öffentlichen Meinung." Doch Hoffnung bestehe: Die regierende SPÖ hat nach Angaben der Grünen zugestimmt, eine Finanzierung des Vereins in den betreffenden Ausschüssen zu beraten.

Rund 800.000 Schilling (58.138 Euro) wären jährlich für die organisatorische Arbeit und die Ausbildung der Betreuer notwendig, berichtete die Buddy-Vorsitzende Michaela Walchshofer. Ohne dieses Geld müsse der Verein, der 1991 ins Leben gerufen wurde, um sein Bestehen fürchten. Inzwischen gebe es etwa 35 ehrenamtliche Mitarbeiter - rund 20 davon sind laut Walchshofer Buddys, die lediglich eine Aufwandsentschädigung enthalten.

Nicht alle Ansuchen von Klienten können sofort erfolgreich behandelt werden. Laut Walchshofer gibt es sogar bereits eine Warteliste. Die - wie die Vorsitzende betonte - in Wien einzigartige Betreuungsform werde auch von der Aids-Hilfe gelobt und anerkannt. Gelder gebe es von dort aber nicht. (APA)

Das Spendenkonto des Vereins Buddy lautet: WSK 440.341, BLZ: 44960
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