Mutmaßliche Mitglieder fundamentalistischer Terrorzelle in Mailand festgenommen

29. November 2001, 14:25
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Polizei durchsucht Moscheen und islamische Institute

Mailand - Zwei Personen, ein Marokkaner und ein Tunesier, sind in der Nacht auf Donnerstag in Mailand unter dem Verdacht der Verbindungen mit dem Terrornetzwerk El Kaida des saudiarabischen Millionärs Osama Bin Laden festgenommen worden, berichtete am Donnerstag der italienische Staatsfernsehen RAI. Ein dritter Haftbefehl erreichte einen verdächtigten Algerier, der sich bereits in Gefängnis befand. Gesucht wird außerdem ein noch flüchtiger Ägypter.

Die Ermittlungen werden vom Mailänder Staatsanwalt Stefano Dambruoso geführt, der seit Monaten Ermittlungen über fundamentalistische Terrorzellen mit Sitz in der lombardischen Industriemetropole leitet. Im Rahmen der Ermittlungen wurden in ganz Norditalien mehrere Wohnungen durchsucht. Auch zwei Moscheen und islamische Institute wurden von den Polizisten in Mailand durchsucht.

Bereits zwischen April und Oktober hatten die Mailänder Justizbehörden 14 mutmaßliche Anhänger einer fundamentalistischen Terrorzelle verhaftet, die dem Netzwerk El Kaida in Norditalien logistische Unterstützung bot. Mit weiteren Festnahmen wird noch im Laufe des Donnerstag gerechnet.

Leiter des islamischen Kulturinstitutes dementierte Unterstützung für Terrorzelle

Die mit den Ermittlungen gegen die Terrorzellen betrauten Staatsanwälte in Mailand berichteten später auf ihrer Pressekonferenz, dass einer der Festgenommenen, ein Algerier, mit der Nummer drei des Terrornetzwerks El Kaida von Osama Bin Laden, Abu Jaffa, telefonisch in Verbindung war.

"Dadurch ist die Zerschlagung der Zelle, die die El Kaida-Repräsentation in der Lombardei war, ermöglicht worden. Ihre Aufgabe war, Kämpfer für Bin Laden zu rekrutieren", berichteten die Staatsanwälte in Mailand.

Die Leiter des islamischen Kulturinstituts, mit dem die Festgenommenen enge Verbindungen hatten, wies die Beschuldigen zurück, die Terrorzelle aktiv unterstützt zu haben. "Wir werden uns verteidigen, wir sind nicht allein. Wir werden unseren Standpunkt erklären", sagte Abdel Shamir Shaari. (APA)

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