Baxter lässt Pockenimpstoff in Österreich produzieren

29. November 2001, 14:55
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Verhandlungen mit der österreichischen Bundesregierung über Großauftrag

Wien/Deerfield - Die Niederlassung des internationalen Pharmakonzerns Baxter in Österreich (Wien und Orth/Donau) wird zu einer zentralen Stelle für internationale Bemühungen zur Abwehr möglicher Bioterrorismus-Attacken. Der Konzern hat den Zuschlag für die Lieferung des Ausgangsmaterials für 155 Millionen Dosen an neuem Pockenimpfstoff erhalten, den die US-Regierung bestellt. Das Vakzin wird bei Baxter Österreich produziert werden. Zusätzlich sollt es "sehr erfolgreiche Gespräche" zwischen der österreichischen Bundesregierung und dem Konzern über die Lieferung von drei Millionen Dosen Pocken-Impfstoff geben.

Bei Baxter Österreich gab man dazu keine Stellungnahme ab. "Aus Sicherheitsgründen hat die US-Regierung uns aufgefordert, nichts darüber zu sagen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Doch US-Gesundheitsminister Tommy G. Thompson erklärte am Mittwoch in den Vereinigten Staaten, dass Baxter das Grundmaterial für das Vakzin in einer europäischen Produktionsstätte herstellen würde. Dieser Standort ist somit Wien samt dem Forschungszentrum in Orth/Donau in Niederösterreich, wo der Konzern seine Vakzin-Herstellung in Österreich konzentriert hat.

Vaccinia-Viren ungefährlich

Die Produktion des Pocken-Vakzins bei Baxter in Österreich gilt als ungefährlich. Schon beim ersten Vakzin des englischen Arztes Edward Jenner (1797) wurden - wie derzeit - Vaccinia-Viren (Kuhpocken) verwendet, die für den Menschen kein Risiko darstellen. Daran hat sich im Wesentlichen nichts geändert.

Mit Vaccinia-Viren haben praktisch alle Impfstoffhersteller der Welt fast schon routinemäßige Erfahrungen. Gentechnisch veränderte Vaccinia-Viren wurden ehemals auch bei der Entwicklung von Kandidat-Impfstoffen gegen Aids benützt. Somit braucht sich in Österreich niemand vor der Produktion eines solchen Vakzins zu fürchten. (APA)

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