Der letzte Feiertag von Ex-Jugoslawien

29. November 2001, 13:51
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Föderales Parlament hatte sich mit Außerkraftsetzung des Feiertages verspätet

Belgrad - Im heutigen Jugoslawien wird heute zum letzten Mal der größte Feiertag des ehemaligen Jugoslawien gefeiert. Das Bundesparlament hätte den Feiertag eigentlich bereits außer Kraft setzen sollen. Das war Mitte November auch in der Bürgerkammer des Parlamentes passiert, allerdings nicht in der Republikkammer, die erst im Dezember erneut zusammentreten soll. Daher haben die Jugoslawen im letzten Augenblick unverhofft zwei freie Tage beschert bekommen.

Tag der Parisanenführung in Jajce

Der Tag der Republik war in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) als Gründungstag des Staates im Zweiten Weltkrieg gefeiert worden. Als Geburtstag des zweiten Jugoslawien war die Tagung der Partisanenführung am 29. November 1943 in der bosnischen Kleinstadt Jajce gewählt worden.

Nach dem Zerfall des früheren Jugoslawien hatte das Regime von Slobodan Milosevic zuerst auf der Beibehaltung des alten Feiertages beharrt, um so seinen Anspruch auf die einzige Nachfolge der SFRJ zu bekräftigen. Unter Einfluss der neokommunistischen JUL-Partei wurde seit Mitte der neunziger Jahren der 29. November in Erinnerung an die Umwandlung des Königreiches Jugoslawiens in die Republik im Jahre 1945 gefeiert.

Neuer Feiertag noch ungewiss

In Montenegro war der alte Feiertag schon in den letzten Jahren nicht mehr berücksichtigt worden. Die Kosovo-Albaner hatten schon immer ihre Vorliebe für den 28. November, den Staatsfeiertag des benachbarten Albanien, bekundet. Nachdem die jugoslawische und die serbische Regierung Anfang dieser Woche beschlossen hatten, an den zwei Feiertagen normal zu arbeiten, appellierte die serbische Regierung an die Beschäftigten der Staatsbetriebe, diesem Beispiel zu folgen. Das wird manchen Firmen zusätzliche Kosten bescheren, da Arbeitnehmer auf Grund des Gesetzes auf einen Feiertagszusatz Anspruch haben.

Was genau die Jugoslawen künftig feiern werden, ist angesichts der ungewissen Zukunft des gemeinsamen Staates von Serbien und Montenegro noch ungewiss. (APA)

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