Wirtschaftsbund NÖ fordert Steuererleichterungen für Unternehmer

29. November 2001, 13:01
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Eigenkapitalquote österreichischer Unternehmer EU-weit unterdurchschnittlich

St. Pölten - "Angesichts der niedrigen Eigenkapitalquoten der Klein- und Mittelbetriebe ist eine steuerliche Entlastung dringend notwendig", forderte die Präsidentin des WB NÖ (Wirtschaftsbund Niederösterreich), Sonja Zwazl, am Donnerstag. Ein geeignetes Mittel dafür sei ein begünstigter Steuersatz auf nicht entnommene Gewinne. Diese unterliegen derzeit voll den Sätzen des Einkommensteuergesetzes.

Dagegen gelte für die Veranlagung - beispielsweise mittels Sparbuch - nur der 25-prozentige Satz der Kapitalertragsteuer, so Zwazl in der Aussendung. "Durch eine steuerliche Begünstigung auf nicht entnommene Gewinne bleibt mehr Geld in den Unternehmen und steht damit dem Eigentümer für Investitionen in den Betrieb oder in die Forschung zur Verfügung", sagt Zwazl. Im Hinblick auf die EU-Erweiterung werde damit die Konkurrenzfähigkeit des Standortes Österreich weiter erhöht.

Besonders KMUs sollen profitieren

Die Eigenkapitalquote betrage im Durchschnitt der EU-Mitgliedsländer 34 Prozent. Österreichs Unternehmer dagegen hätten eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 26 Prozent. Bei klein- und mittelständischen Unternehmen in Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung beträgt sie laut Institut für Gewerbe- und Handwerksforschung gar nur 16,3 Prozent.

Deshalb sei eine massive steuerliche Förderung der Eigenkapitalbildung dringend notwendig. Die Klein- und Mittelbetriebe würden von dieser Maßnahme besonders profitieren. Zwazl: "Eine wichtige Absicherung für den Standort Niederösterreich, weil die rund 79.000 Klein- und Mittelbetriebe 420.000 Personen beschäftigen und 18.000 Lehrlinge ausbilden." Der Wirtschaftsbund hat diese Forderung auch bei der Vollversammlung der Wirtschaftskammer Niederösterreich eingebracht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. (APA)

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