Schwedische Telia will in Österreich am UMTS-Geschäft mitnaschen

29. November 2001, 12:51
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Bisher 140 Mill. Euro in 1.000 km Glasfasernetz in Österreich investiert

Der schwedische Telekom-Marktführer Telia (Stockholm), der seit März 2001 in Österreich mit der Vermietung von Glasfasernetzen an Telekom-Betreiber und -Infrastrukturhersteller tätig ist, will am Geschäft mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Österreich mitnaschen. Telia sei mit allen sechs österreichischen UMTS-Lizenzinhabern Mobilkom Austria, max.mobil, One, tele.ring, Telefonica und Hutchison über Infrastrukturaufträge im Gespräch, sagte Telia Österreich-Chef Erich Witzmann gestern, Mittwoch, Abend vor Journalisten.

"Es wird in Österreich nicht sechs UMTS-Netze, sondern maximal drei bis vier geben"

Mit einem Ergebnis aus den Gesprächen rechnet Witzmann in "spätestens drei Monaten". "Es wird in Österreich nicht sechs UMTS-Netze, sondern maximal drei bis vier geben", ist Witzmann überzeugt. Telia besitzt in Dänemark und Norwegen selbst eine UMTS-Lizenz, auf dem Heimmarkt Schweden war Telia hingegen wegen "angeblicher mangelnder technischer Kompetenz" von der UMTS-Auktion ausgeschlossen worden. Nun hat sich Telia dort mit seinem schärfsten nationalen Konkurrent Netcom zum gemeinsamen Aufbau eines UMTS-Geschäfts zusammengeschlossen.

Telia ist in Österreich über seinen Geschäftsbereich International Carrier vertreten, der weltweit über 31.000 km Glasfasernetz - darunter zwei Transatlantik-Verbindungen in die USA - verfügt und im Jahr 2000 rund 6,5 Mrd. S (472 Mill. Euro) umsetzte. Künftig will Telia auf seinen Netzen auch internetbasierende Breitbanddienste anbieten.

1.000 km

In Österreich habe die Telia International Carrier Austria GmbH bisher 140 Mill. Euro (1,93 Mrd. S) in rund 1.000 km Netzinfrastruktur investiert, berichtete der President von Telia International Carrier, Eric Heilborn. Österreich sei als "Gateway" nach Süd- und Osteuropa ein wichtiger Markt für Telia. Zu den Kunden von Telia in Österreich gehören Ericsson, Cisco, Colt Telecom und Lucent sowie die Telekom Austria. Als Konkurrenten sieht Telia in Österreich etwa Siemens und KPN Qwest.

2001 will Telia in Österreich mit der Vermietung von Glasfasernetzen 50 Mill. S umsetzen. Die schwedische Konzernmutter, die zu 70,6 Prozent dem schwedischen Staat gehört und zu 29,4 Prozent in Streubesitz ist, hat im Jahr 2000 mit 30.000 Mitarbeitern weltweit in 22 Ländern 90 Mrd. S umgesetzt. Telia erwirtschaftet derzeit 52 Prozent des Umsatzes mit Netzwerken und 31 Prozent mit Mobilfunkdiensten. "Die Marktkonsolidierung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, Telia will in den nächsten drei Jahren zu den Top 3 Carriern in Europa aufsteigen", sagte Heilborn. (APA)

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