Liebscher sieht keine Ungleichgewichte in Eurozone

29. November 2001, 12:49
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"Interesse an starkem und stabilem Euro"

Wien - Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, sieht derzeit keine größeren Ungleichgewichte in den Ländern der Eurozone. Auch sonst seien die Rahmenbedingungen derzeit günstig: Es gebe Preisstabilität, positive Effekte von Strukturreformen sowie von Steuersenkungen, sagte Liebscher am Donnerstag beim Internationalen Finanz- und Wirtschaftsforum (ifw) in Wien.

Euro als Anker bewährt

Der Euro habe sich in einer Zeit abschwächender Konjunkturentwicklung und nach den Terroranschlägen vom September als internationale Ankerwährung bewährt. Der Wechselkurs des Euro könne und werde nicht ignoriert werden: "Wir haben alle ein Interesse an einem starken und stabilen Euro", bekräftigte Liebscher, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört. Der Wechselkurs allein sei jedoch kein wichtiges Kriterium für einen großen Wirtschaftsraum wie die Eurozone - im Unterschied dazu habe das Wechselkursverhältnis für den österreichischen Schilling vor dem Beitritt zur Eurozone sehr wohl eine große Bedeutung gehabt.

Vom derzeitigen Niveau der EZB-Leitzinsen wollte sich Liebscher auf Anfrage nicht äußern: "Ich habe nicht vor, ein währungspolitisches Statement abzugeben", sagte er am Rande der Tagung. (APA)

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