Höhere Strafen für mehr Verkehrssicherheit

29. November 2001, 12:36
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Verkehrsministerin strebt zehn Prozent weniger Verkehrstote bis 2004 an

Wien - Österreichs Straßen sollen weiter sicherer werden. Die Zahl der Verkehrstoten hat sich in den vergangenen 20 Jahren von 1.951 auf 976 zwar fast halbiert. Die volkswirtschaftlichen Kosten für das gesamte Unfallgeschehen in Österreich betragen laut Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit aber immer noch rund 50 Mrd. S (3,6 Mrd. Euro) jährlich. Verkehrsministerin Monika Forstinger (F) hat nun am Mittwoch ein "Startpaket" zur weiteren Steigerung der Verkehrssicherheit präsentiert, für das aus rund 115 Maßnahmen die für die Experten effizientesten ausgewählt wurden.

Section Controls - Geschwindigkeiten sollen errechnet werden

Mit deren Hilfe soll nun die Zahl der Verkehrstoten in einem ersten Schritt bis 2004 um zehn Prozent gesenkt werden, in weiterer Folge durch weitere Maßnahmen bis 2010 sogar um 50 Prozent. Im neuen "Startpaket" enthalten sind unter anderem neue technische Mittel im Kampf gegen Raser. Geplant ist die Einführung so genannter Section Controls, bei denen ein Fahrzeug am Anfang und am Ende einer Strecke registriert und daraus die mittlere Geschwindigkeit errechnet wird. Das System soll zunächst vor allem bei Baustellen und Tunnels zum Einsatz kommen.

Section Control wird in Holland getestet

In Holland, wo die Section Control bereits auf 100 Autobahnkilometern installiert ist, habe man damit große Erfolge gefeiert: Die Zahl der Unfälle sei auf diesen Strecken um 25 Prozent zurückgegangen. Als positiver Nebeneffekt habe die Maßnahme auch zu 40 Prozent weniger Staus geführt. Die Autofahrer würden zwischen den beiden Messpunkten ein wesentlich gleichmäßigeres Tempo einschlagen, erklärte Forstinger am Mittwochabend vor Journalisten.

Höhere Geldstrafen

Zu höheren Geldstrafen im Straßenverkehr meinte die Verkehrsministerin zwar grundsätzlich, dass man "damit allein nichts regeln" könne und dass sie vielmehr auf Bewusstseinsbildung setze. Zwei Gruppen von Verkehrssündern werden in den nächsten Monaten aber dennoch kräftiger zur Kasse gebeten werden: So sollen jene Autofahrer, die trotz Gurtenpflicht aufs Anschnallen verzichten künftig 300 S (21,8 Euro) statt bisher 100 S zahlen und für die Missachtung der Haltepflicht vor Schutzwegen sollen in Zukunft nicht mehr 500 S sondern 1.000 S als Mindeststrafe verhängt werden.

Bei Einhaltung der Gurtenpflicht sei Österreich Schlusslicht

Forstinger verteidigte diese Maßnahmen: Bei der Einhaltung der Gurtenpflicht sei Österreich europäisches Schlusslicht. In Deutschland seien bereits 95 Prozent aller Pkw-Lenker angeschnallt, in Österreich gerade einmal 75 Prozent. "Durch eine höhere Anlegequote können die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr um zehn Prozent verringert werden", betonte Forstinger. Während bei Unfällen im Jahr 1999 rund neun Prozent der nicht angeschnallten Lenker getötet wurden, war es bei den angeschnallten nach Angaben des Kuratoriums nur ein Prozent.

Schutzweg Unfälle

Was die Schutzwege betrifft, sieht das Gesetz vor, dass ein Autofahrer sein Fahrzeug anhalten muss, wenn ein Fußgänger auf einem Zebrastreifen die Straße überqueren will. Laut Forstinger sind die Lenker in Österreicher auch in diesem Punkt "sehr undiszipliniert". 25 Prozent aller Unfälle mit Fußgängern passieren laut Ministerium am Schutzweg.(APA)

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