Mobilfunkbetreiber warnen vor einer Mozartstadt ohne UMTS-Netz

29. November 2001, 11:09
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"Wenn man in Salzburg keine UMTS-Technologie haben will, werden wir sie nicht anbieten."

Die österreichischen Mobilfunkbetreiber beklagten gestern, Mittwoch, Abend in Salzburg einhellig die negative Stimmung, die ihnen bei ihren Ausbauplänen für ein UMTS-Netz in der Mozartstadt entgegenschlägt. Zugleich warnten die Netzbetreiber, dass Salzburg - sollte sich die Einstellung von Politik und Bevölkerung zu neuen Handymasten nicht ändern - von der neuen Mobilfunk-Technologie abgeschnitten bliebe: "Wenn man in Salzburg keine UMTS-Technologie haben will, werden wir sie nicht anbieten", betonten Thomas Barmüller, Chef des Forums Mobilkommunikation, und Firmenvertreter bei einem Pressegespräch unisono.

"Eine völlig überzogene Risikowahrnehmung"

Bei der Frage nach neuen Aufstellflächen für Handymasten gehe es nicht nur um behördliche Verfahren, hieß es weiter, vielmehr ginge jeder mögliche Standort "durch das atmosphärische Klima verloren". Wer bereit sei, sein Dach für einen Masten zur Verfügung zu stellen, sähe sich prompt massivem sozialen Druck ausgesetzt. In Salzburg herrsche diesbezüglich "eine völlig überzogene Risikowahrnehmung".

Nur 300 statt 1000

Die Mobilfunkbetreiber dementierten außerdem die Behauptung, durch das UMTS-Netz wären bis zu 1.000 neue Masten notwendig. Dagegen sprächen schon allein finanzielle Gründe, würden doch 1.000 neue Standorte zwei Mrd. S kosten. In der ersten Phase fände man mit dem bestehenden Netz mit seinen rund 300 Masten das Auslangen, erklärte Barmüller. Wieviele zusätzliche Standorte in den weiteren Ausbaustufen hinzukämen, darüber wagte gestern keiner der Netzbetreiber eine Prognose, dies hänge von Faktoren ab, die derzeit nicht bekannt seien.

Harte Zeiten für "Mastenaufsteller"

Detail am Rande: Die Stadt Salzburg ist nicht der einzige "böse Bube" im Spiel um neue Handymasten. Praktisch überall werde es zunehmend schwieriger neue Standorte zu finden, wurde gestern eingeräumt, wobei die Netzbetreiber den Politikern der Mozartstadt zumindest konzidierten, noch gesprächsbereit zu sein. Was den Ausbau des Netzes beispielsweise im übrigen Bundesland Salzburg angeht, merkten die Netzbetreiber bedauernd an, bei Landeshautpmann Franz Schausberger (V) bisher noch nicht einmal einen Gesprächstermin bekommen zu haben, um ihre Position darlegen zu können.(APA)

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    fotomontage: red
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