Angeblich El-Kaida-Führer festgenommen

30. November 2001, 06:56
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Bush zufrieden mit Militäraktion in Afghanistan - Powell unbesorgt über russische Helfer in Kabul

Washington - Die US-Regierung hält nach eigenen Angaben Berichte über die Festnahme eines hohen El-Kaida-Führers durch die afghanische Nordallianz für glaubwürdig. "Wir sind zuversichtlich, dass die Berichte stimmen", sagte ein hoher US-Regierungsvertreter am Donnerstag in Washington. In der US-Regierung seien jetzt Überlegungen im Gange, wie damit umzugehen sei. Die "Los Angeles Times" hatte zuvor berichtet, Kämpfer der Nordallianz hielten Ahmed Omar Abdel Rahman gefangen. Der 35-jährige Rahman soll einer der Guerrilla-Trainer des Extremisten Osama bin Laden sein, den die USA als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September ansehen.

Unterdessen verlautete aus Regierungskreisen, amerikanische Kriegsschiffe hielten vor der Küste von Somalia Ausschau nach verdächtigen Bewegungen Bin Ladens oder seiner Anhänger.

Buch zufrieden mit Kriegsverlauf

US-Präsident George W. Bush hat sich zufrieden mit dem Verlauf des US-Militäreinsatzes in Afghanistan gezeigt. Die Armee schlage sich "sehr gut", sagte Bush am Donnerstag in Washington. Die El Kaida-Organisation des mutmaßlichen Terroristenfürhers Osama bin Laden sei "in Auflösung begriffen". Der größte Teil Afghanistans sei bereits in der Hand der amerikanischen Verbündeten. Die wochenlang von den Taliban gefangen gehaltenen Helfer der Organisation Shelter Now seien befreit. Die Taliban-Truppen seien "in totalem Durcheinander". Die Taliban-Regierung sei vertrieben, zog Bush Bilanz.

Die El Kaida-Führer seien auf der Flucht, betonte der US-Präsident. "Sie glauben, dass sie sich verstecken können, doch das können sie nicht lange. Sie glauben, dass sie weglaufen können, doch sie können nicht ewig rennen", drohte er. Die USA werde die El Kaida-Leute geduldig und wachsam verfolgen und zur Verantwortung ziehen. Washington macht El Kaida und Bin Laden für die Terroranschläge vom 11. September verantwortlich.

Nicht besorgt über Russen

Die USA sind nach den Worten von Außenminister Colin Powell nicht besorgt über die überraschende Landung russischer Militärs in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Powell gab am Donnerstag in Washington zu verstehen, dass er in der erstmaligen Rückkehr der Russen seit dem sowjetischen Abzug 1989 keinen Versuch sehe, die Nordallianz bei der Bildung einer künftigen Regierung in Afghanistan zu favorisieren.

Die Russen seien humanitäre Helfer, sagte Powell. Russland teile die amerikanische Auffassung, dass eine künftige Regierung in Kabul die gesamte afghanische Bevölkerung und nicht ein einzelnes Element vertreten müsse.

Nach Informationen der "Washington Post" hatte Powell seinen russischen Amtskollegen Igor Iwanow vor unüberlegten Maßnahmen zu Gunsten der Nordallianz und ihres Anführers Burhanuddin Rabbani gewarnt. Russland hatte die Nordallianz vor Beginn des Afghanistan-Krieges als Regierung des Landes und Rabbani als Präsidenten anerkannt, die USA nicht.(APA/Reuters/dpa)

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