Projekte zur Krisenintervention

29. November 2001, 11:57
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Beratungsleistungen werden von 61 Prozent der Betroffenen angenommen

Wien - Dem Jahresbericht 2000 nach werden die angebotenen Beratungsleistungen bisher von 61 Prozent der Betroffenen angenommen - sie nehmen auch Kontakt auf, während in 25 Prozent der Fälle ein Verwandter einen Therapeuten konsultiert.

Große Unterschiede gibt es vor allem im Hinblick auf das Geschlecht: Mehr als 90 Prozent der Patienten sind dem Bericht zufolge Frauen. Die Passivität bei den Männern erklärt sich Brandtner durch fehlende Sensibilität: "Das 'starke Geschlecht' nimmt Probleme lieber selber in die Hand. Frauen hingegen neigen zu einem gegenseitigen Austausch und fungieren daher verstärkt als Kommunikationsschiene." An der Art des Kontaktes, der zu 66 Prozent telefonisch abgewickelt wird, ließe sich wiederum der Wunsch nach Anonymität ablesen, welcher von Seiten der Krebshilfe deshalb äußerste Diskretion und Vertraulichkeit zugesichert werde.

Netzwerk

Neben Vorträgen von ehemaligen Krebspatienten, Seminaren und Lesungen, die von ehrenamtlich tätigen Psychologen und Ärzten geführt werden, haben die Betroffenen auch die Möglichkeit, sich mitunter über Themen wie "Krebs und Beruf", "Krebs und Partnerschaft" oder "Krebs und Ernährung" zu informieren. "Da Behandlungen meist Monate bzw. Jahre dauern und unsere Kompetenzen damit überschritten wären, werden wir die Patienten - sofern sie dem zustimmen - für die weitere Zeit an niedergelassene Ärzte verweisen", argumentierte die Geschäftsführerin. Ein solches Netzwerk solle künftig auch mit den Krankenkassen entstehen.

Kriseninterventionsprojekt

Sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind, wird das Kriseninterventionsprojekt mit Beginn des Jahres 2002 starten. Getragen werden die Kosten dafür vor allem aus freiwilligen Spendengeldern und dem Weihnachtsprojekt aus dessen erzielten Umsätzen ein Teil für die Finanzierung des Projekts "Mama hat Krebs" zur Verfügung gestellt wird.

Keine Finanzierung durch Bund und Land

"Eine Basisfinanzierung durch Bund oder Land kann die Wiener Krebshilfe leider nicht genießen und ist daher nur von der Gutmütigkeit des Einzelnen abhängig", so die Geschäftsführerin. Eine Teilförderung des Sozialministeriums sei jedoch in Sicht, mit welcher zumindest ein Gutteil der Personalkosten gedeckt werden sollten. "Im Grunde steht und fällt die Sache aber mit dem einzelnen Spender. Nur darin wurzelt auch die Möglichkeit für uns, weiterhin in der Krebshilfe tätig zu werden", so das Credo. (APA)

Spenden können direkt an die Wiener Krebshilfe über das PSK-Konto, Kontonummer 7.313.745 erfolgen
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