USA wollen Ausgaben für Landminen-Räumung in Afghanistan erhöhen

29. November 2001, 10:06
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Täglich sterben zehn Menschen durch Minen

Washington - Das US-Außenministerium will nach eigenen Angaben die finanziellen Mittel für die Räumung von Landminen in Afghanistan mehr als verdoppeln. Im Fiskaljahr 2002 wolle das Außenministerium 7,03 Millionen Dollar (8,00 Mill. Euro/110,1 Mill. S) zur Verfügung zu stellen, um eine Reihe von Minen-Räumaktionen zu unterstützen, sagte Pat Patierno vom US-Außenministerium der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Das Ministerium hatte im Vorjahr 2,8 Millionen Dollar für die Räumung von auf fünf bis zehn Millionen geschätzten Landminen in Afghanistan bereitgestellt. Afghanistan gilt weltweit als das Land mit der höchsten Landminendichte.

Täglich zehn Opfer

Das US-Finanzpaket für das kommende Jahr sei der erste Schritt dahin, dass Afghanen wieder friedlich auf dieser Erde gehen können, sagte Patierno. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden täglich etwa zehn Afghanen durch Landminen getötet oder verstümmelt. Schätzungen der UNO zufolge wird es voraussichtlich mehr als zehn Jahre dauern, bis etwa die Hälfte aller bekannten Minenfelder geräumt sind.

Die britische Minenräumorganisation Halo Trust begrüßte die Erhöhung der US-Mittel, von denen Halo Trust kommendes Jahr 3,2 Millionen Dollar erhalten soll - drei Mal so viel wie dieses Jahr. "Es gibt nur zwei Möglichkeiten, Minen zu räumen - ein Bein nach dem anderen oder von uns", sagte der Vize-Präsident von Halo Trust, Paul Heslop.

Räumungsaktionen

Seit dem Beginn der US-Angriffe auf Stellungen der Taliban und der El Kaida-Organisation in Afghanistan wurde die Räumung von Landminen ausgesetzt. Die USA werfen der radikal-islamischen Taliban-Regierung vor, dem moslemischen Extremisten Osama bin Laden Unterschlupf zu gewähren. Ihn machen die USA für die Anschläge in New York und bei Washington verantwortlich. Die UNO und andere Organisationen haben inzwischen ihre Räumungsaktionen wieder aufgenommen, seitdem die Taliban größtenteils die Kontrolle über das Land verloren haben.

Meiste Landminen stammen aus der sowjetischen Besatzungszeit

Die meisten Landminen stammen aus der sowjetischen Besatzungszeit, die 1989 mit einem Rückzug der Sowjet-Truppen endete. Die USA wie auch Russland und China haben sich bisher geweigert, ein internationales Landminen-Verbot zu unterstützen. Im Dezember 1997 hatten sich 126 Staaten im kanadischen Ottawa auf einen Vertrag zur Ächtung von Landminen geeinigt. (APA/Reuters)

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