Pausen-Schlägerei im serbischen Parlament

29. November 2001, 06:27
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Arbeitsminister und SPS-Abgeordneter ließen Fäuste sprechen

Belgrad - Im serbischen Parlament ist es am Mittwoch zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Arbeitsminister Dragan Milovanovic und dem Abgeordneten der Sozialistischen Partei Serbiens (SPS), Stevan Gudurica, gekommen. Der Vorfall ereignete sich in der Pause einer Sitzung, im Rahmen derer über den Arbeitsgesetzesentwurf debattiert wurde. Nach Aussagen der anwesenden Abgeordneten hat die Auseinandersetzung mit einer wüsten Beschimpfung des Ministers an die Adresse von Gudurica begonnen. Der SPS-Funktionär habe die unschönen Worte erwidert und danach hätten die beiden Politiker die Fäuste sprechen lassen, berichtete der Belgrader Sender "B-92".

Milovanovic dementierte dies allerdings: "Sie haben begonnen, mich damit zu beleidigen, dass ich jener sei, der Milosevic an Haag ausgeliefert hat. Ich verstehe absolut nicht, warum sie das gesagt haben", so die Version des Arbeitsministers. Der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic, der vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt ist und im UNO-Gefängnis in Scheveningen sitzt, ist nach wie vor der Vorsitzende der SPS.

Auf der anderen Seite behauptete SPS-Klubchef Branislav Ivkovic, dass Milovanovic mit Absicht die sozialistischen Abgeordneten provoziert habe. Zudem kündigte er an, dass die SPS die Ablösung des Arbeitsministers beantragen werde. (APA)

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