USA lassen für alle Bürger Pockenimpfstoff in Österreich herstellen

29. November 2001, 13:57
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Großauftrag für Pharmaunternehmen Baxter in Orth/Donau

Washington - Im Kampf gegen den Bioterrorismus lassen die USA erstmals wieder einen Impfstoff gegen Pocken herstellen. Die Niederlassung des Pharmakonzerns Baxter in Österreich (Wien und Orth/Donau) wird zu einer zentralen Stelle für internationale Bemühungen zur Abwehr möglicher Bioterrorismus-Attacken. Der Konzern hat den Zuschlag für die Lieferung des Ausgangsmaterials für 155 Millionen Dosen an neuem Pockenimpfstoff erhalten, den die US-Regierung bestellt. Das Vakzin wird bei Baxter Österreich produziert werden. Zusätzlich gibt es "sehr erfolgreiche Gespräche" zwischen der österreichischen Bundesregierung und dem Konzern über die Lieferung von drei Millionen Dosen Pocken-Impfstoff.

Bei Baxter Österreich gab man dazu keine Stellungnahme ab. "Aus Sicherheitsgründen hat die US-Regierung uns aufgefordert, nichts darüber zu sagen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Doch: US-Gesundheitsminister Tommy G. Thompson erklärte am Mittwoch in den Vereinigten Staaten, dass Baxter das Grundmaterial für das Vakzin in einer europäischen Produktionsstätte herstellen würde. Dieser Standort ist somit Wien samt dem Forschungszentrum in Orth/Donau in Niederösterreich, wo der Konzern seine Vakzin-Herstellung in Österreich konzentriert hat.

Die USA hatten vor zwei Wochen angekündigt, noch vorhandene Bestände an Pocken-Viren zur Entwicklung neuer Impfstoffe nutzen zu wollen. Zuvor war geplant gewesen, sie zu vernichten. Die Pocken gelten seit 1970 weltweit als ausgerottet. Die USA stellten ihre routinemäßigen Impfungen gegen die Infektionskrankheit 1972 ein.(APA)

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