Kulturenvergleich

30. November 2001, 19:41
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Millionenspiel für Promis. Selbes System, selbe Sendezeit, nur eben eins im ORF, eins auf RTL. Barbara Stöckl da, Günther Jauch dort. Der Österreicher gilt ja gemeinhin als witzig, schlagfertig, charmant, mit Schmäh versehen. Der Deutsche, der Piefke überhaupt, als humorfrei, spießig und absolut schmählos.

Na gut. In diesem Zusammenhang interessant, wie sich die unterschiedlichen Kulturen auswirken, wenn die anwesenden Promi-Gäste versuchen, dem befragten Mit-Promi bei den Fragen einzusagen (ist bei Promi-Quiz im Unterschied zu den anderen mit den Menschen aus dem Volke irgendwie geduldet). So kommt mehr Geld für den karitativen Zweck zusammen). Also wenn ein österreichischer Promi aus der Humorbranche einem völlig Schimmerlosen einsagen will, dass die richtige Antwort "B" lautet, dann versucht er es mit Baby-Talk: "Ba, ba, ba." Sein deutscher Kollege hingegen meint zur Frage, die etwas mit Frisuren zu tun hat und wo die richtige Antwort "C" lautet: "Das weiß der Coiffeur!"

Das zeigt wieder das übertriebene Vertrauen, das die Deutschen in die Macht der intellektuellen Anspielung setzen, denn der Prüfling - der deutsche Grünpolitiker Rezzo Schlauch - stand hartnäckig auf der Leitung. (DER STANDARD, Print vom 1.12..2001)

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