Taliban kritisieren Anwesenheit russischer Militärs in Kabul

28. November 2001, 21:47
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Salam Abdul Saif ruft zum Heiligen Krieg gegen die Russen auf

Islamabad - Der Taliban-Botschafter in Islamabad, Salam Abdul Saif, hat die Präsenz russischer Vertreter in Afghanistan scharf kritisiert und zum Heiligen Krieg gegen sie aufgerufen. Die Anwesenheit russischer Militärs in Kabul käme einer "Verspottung des Heiligen Krieges" gleich, den das afghanische Volk von 1979 bis 1989 gegen die sowjetische Besatzung geführt habe, zitierte die Taliban-nahe Nachrichtenagentur AIP am Mittwoch den Botschafter.

Im Gegensatz zur Nordallianz, die nun ihr "wahres Gesicht" offenbare, würden die Taliban niemals wieder Russen in Afghanistan dulden. "Die Hände der Russen sind vom Blut des afghanischen Volkes besudelt. Es ist eine Pflicht, dass wir jetzt einen Heiligen Krieg gegen die Russen führen", sagte Saif.

Ein russisches Kontingent war in dieser Woche zum ersten Mal seit dem Abzug der sowjetischen Besatzung 1989 in Kabul gesehen worden. Moskau erklärte am Montag, es seien zwölf militärische Transportflugzeuge gestartet, um eine russische Delegation zur Eröffnung einer diplomatischen Vertretung in die afghanische Hauptstadt zu bringen. Nach Augenzeugenberichten kamen 200 russische Vertreter in die Region Wasir Abchar Khan bei Kabul, wo sie gegenüber der italienischen Botschaft ein Lager errichteten. (APA/Reuters)

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