Inhaftierter iranischer Journalist erhält RSF-Menschenrechtspreis

28. November 2001, 20:58
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Alijani seit fast zwei Jahren eingekerkert

Die internationale Journalisten-Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) verleiht ihren diesjährigen Menschenrechtspreis dem iranischen Journalisten Reza Alijani. Der Chefredakteur der verbotenen Monatszeitung "Iran-e-Farda" befindet sich seit Februar 2001 in Haft. Der mit umgerechnet rund 105.000 Schilling dotierte Preis wurde am Mittwoch in Paris von dem iranischen Journalisten Kazem Kardavani stellvertretend in Empfang genommen. Eine internationale Jury verleiht den Preis seit 1992 an Journalistinnen und Journalisten, die sich in besonderer Weise um die Pressefreiheit in ihrem Land verdient gemacht haben. Der Jury gehören 30 Mitglieder aus 21 Staaten an.

Keine offizielle Anklage gegen Alijani

Unter Alijanis Federführung entwickelte sich "Iran-e-Farda" laut RSF-Aussendung zu einem Sprachrohr der Reformbewegung und fand unter Studenten eine breite Anhängerschaft. Doch dann wurde Alijani wegen seiner Artikel für Meinungsfreiheit immer häufiger vor islamische Revolutionsgerichte geladen. Im Jänner 1999 erhielt er Todesdrohungen. Einige Monate später sprach er in einem Interview mit der iranischen Tageszeitung "Arya" über die Morde an Tausenden von Gefangenen durch die iranischen Behörden 1989. Im Februar 2001 wurde Alijani von Geheimdienstagenten verhaftet, zehn Monate nach dem Verbot seiner Zeitung. Es gibt noch keine offizielle Anklage gegen ihn. Sein Anwalt hat weder Zugang zu ihm noch zu den Prozessakten. Seine Frau durfte ihn innerhalb von neun Monaten nur ein einziges Mal besuchen. Das Paar hat zwei Kinder. (APA)

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