Der Gen-Mais verbreitet sich bereits ohne Zutun des Menschen

29. November 2001, 11:53
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US-Forscher fanden künstlich verändertes Erbgut weit entfernt von den Anbaugebieten

London - US-Forscher haben weit entfernt von Gen-Mais-Anbaugebieten künstlich verändertes Erbgut in traditionellen Maissorten gefunden. Über die Entdeckung der fremden Gene in den Pflanzen aus dem mexikanischen Bergland berichten David Quist und Ignacio Chapela von der Universität Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien) in der britischen Fachzeitschrift "Nature". Der Fund sei um so bedenklicher, als es in Mexiko seit 1998 ein Moratorium zur Ausbringung genetisch modifizierter Maissorten gebe, schreiben sie.

Quist und Chapela hatten Proben alter Maissorten im abgelegenen Bergland gesammelt. Die Probenstellen befanden sich mehr als 20 Kilometer von der Hauptstraße zwischen den Provinzstädten Oaxaca und Tuxtepec entfernt. Mit der Polymerase-Kettenreaktion fanden sie in den natürlichen Sorten Gene für das Insektengift des Bakteriums Bacillus thuringiensis sowie Resistenzen für Pflanzengifte, die typisch für den "Roundup-Ready-Mais" der amerikanischen Firma Monsanto sind. Beide deuten auf eine Verbreitung der Pollen von weit abgelegenen Anbaugebieten genetisch veränderter Sorten hin.

Noch vor der Veröffentlichung wurden diese Ergebnisse durch eine Untersuchung mexikanischer Regierungsstellen bestätigt, schreiben die Autoren. Diese Studien fanden Hinweise auf die Übertragung genetischer Veränderungen in zwei mexikanischen Bundesländern und zeigten eine Veränderung in drei bis zehn Prozent der befruchteten Maiskörner. Dies zeige, dass Eigenschaften genetisch veränderter Pflanzen sich weit stärker in der Umwelt verbreiteten, als bisher angenommen, folgern die Forscher. Es sei zu erwarten, dass diese Übertragung in weniger abgelegenen Gebieten noch weit stärker sei. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 414, Nr. 6863, S. 541)

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