Hummeln stärken die Immunabwehr ihrer Nachkommen

28. November 2001, 20:35
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Bisher war dies nur von Säugetieren bekannt, die dafür ihre Milch einsetzen

London - Hummeln, deren Immunsystem stark beansprucht wird, vererben eine erhöhte Widerstandskraft an ihre Nachkommen. Das berichten Schweizer Forscher im britischen Wissenschaftsjournal "Nature". Bisher galt die Stärkung der Immunabwehr von Nachkommen als eine Spezialität der Säugetiere, bei denen dies über die Muttermilch erfolgt.

Yannik Moret und Paul Schmidt-Hempel von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich teilten elf Kolonien der Erdhummel (Bombus terrestris) in je zwei Gruppen und setzten jeweils eine Hälfte einer Chemikalie aus, die bei den Arbeiterinnen eine starke Immunreaktion hervorruft. Bei den später geschlüpften Königinnen und Drohnen dieser Kolonien fanden die Forscher im Spätsommer eine deutlich stärkere Immunabwehr. Dies zeige, dass die erhöhte Immunreaktion bei der Fortpflanzung weiter gegeben werde, schreiben die Forscher.

Die Art dieser Übertragung ist noch unklar, da Insekten nicht wie Säugetiere Antikörper an ihre Nachkommen weitergeben. Vermutlich übertragen sie stattdessen Enzyme, die Schlüsselrollen in der Funktion des Insekten-Immunsystems übernehmen, glauben die Biologen. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 414, Nr. 6863, S. 506)
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