Außenminister Peres kritisiert Zusammensetzung des israelischen Verhandlungsteams

28. November 2001, 19:48
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Delegation darf nicht als "technisches Team" funktionieren

Jerusalem - Mit Beginn der neuen US-Vermittlungsversuche in Nahost ist es erneut zu Spannungen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon und Außenminister Shimon Peres gekommen. Peres kritisierte am Mittwochabend erstmals die Zusammensetzung der israelischen Delegation bei den Gesprächen mit den US-Gesandten Anthony Zinni und William Burns. "Es gibt da einen Streit zwischen dem Ministerpräsidenten und mir, ich verhehle das nicht", sagte Peres nach Angaben des israelischen Nachrichtendienstes "Y-Net".

Peres meinte, die Delegation müsse "eine breite Sicht der Vorgänge in der Region" haben und dürfe nicht nur als "technisches Team" funktionieren. Die palästinensische Delegation bestehe hingegen aus politischen Persönlichkeiten, mit denen man ernste Verhandlungen führen könne, betonte der Friedensnobelpreisträger.

Waffenruhe vs. Friedensregelung

Sharon hatte Peres brüskiert, als er den rechtsorientierten Ex-General Meir Dagan an seiner Stelle zum Leiter der israelischen Delegation ernannte. Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat hatte Dagan am Dienstag als "die radikalste Person" bezeichnet, die er je getroffen habe.

Sharon besteht darauf, bei den Gesprächen nur über eine Waffenruhe zu sprechen, während die Palästinenser auf eine rasche Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine umfassende Friedensregelung pochen. (APA/dpa)

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