UMTS-Zukunft ist noch in den Kinderschuhen

29. November 2001, 20:55
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Nächste Handy-Generation ruckelt noch

Stockholm - In Tokio und Kioto in Japan funktioniert es bereits im begrenzten Echtbetrieb; in Kista, dem schwedischen Silicon Valley für Telekommunikation vor den Toren Stockholms, testet Ericsson noch eifrig: Ab nächstem Jahr soll in Europa über UMTS (Universales mobiles Telekommunikations-System), im Technikerjargon 3G (für dritte Generation des Mobilfunks) genannt, Sprache, Bilder und Videos befördert werden. Die Originalgeräte, eine Mischung aus Handy und Taschen-PC, integrierter Digitalkamera sowie Internetzugang, halten die Schweden noch unter Verschluss.

Einen Vorgeschmack zeigte Ericsson mit dem neuen Handy T68, das Multimedia Messaging Services (MMS) anbietet, die über das vorhandene GSM-Netz mit dem GPRS-Verfahren bereits jetzt übertragen werden können. Damit können etwa Fußballkurzberichte, Pferdewetten mit Zieleinlauf, Farbpostkarten oder ortsabhängige Restaurant-und Museumsführer oder Wegbeschreibungen gesendet werden.

Mitte 2002 wolle man die ersten UMTS-Handys unter der Marke des Gemeinschaftsunternehmens Sony Ericsson, das im Oktober startete, auf den Markt bringen. Derzeit jedoch wird UMTS von Ericsson mit einem Lieferwagen getestet, der als "UMTS-Handy" auf den Straßen rund um das Testzentrum in Kista unterwegs ist.

Mit vier Bildschirmen, einer Kamera und einem Mikrofon im Inneren des Kleinlastwagens wird 3G simuliert: Das heißt permanenten Sicht- und Funkkontakt zum Testzentrum sowie Internetzugang. Rund 200 Kilobit pro Sekunde beträgt dabei die theoretische Überragungsgeschwindigkeit, etwa viermal so schnell wie die Datenübertragung vom PC via Telefonleitung zum Web.

Die Übergabe von einer Mobilfunkzelle zur anderen, die auch beim GSM-Start vor über zehn Jahren problematisch war, erfolgt zwar im UMTS-Test tadellos. Der Aufruf einer Internetseite ist indes so behäbig wie an einem langsamen PC-Zugang. Bewegte Bilder und Sprache zwischen Testzentrum und UMTS-Lieferwagen werden als Ruckelbilder gefunkt.

Shopping, Bankgeschäfte, Multimedia, Gebrauchsanweisungen in Bild, Text oder Video, Routenplaner und Straßenkarten, mobiles Lernen sowie MMS in Form von Videomail, Filmtrailer oder digtalen Postkarten sind mögliche Anwendungen. Bei ausreichender Bandbreite könnten Radio- und TV-Kanäle sowie Webkameras das Multimediangebot abrunden. (Thomas Jäkle, Der Standard, Printausgabe, 30.11.01)

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